Zuckersüße Performance

Oberellenbacher Theatermeisen präsentierten "Das doppelte Lottchen"

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Die Oberellenbacher Theaterameisen führten „Das doppelte Lottchen“ auf. Die Hauptrollen spielten Lenja Susdorf (vorne links) als Lotte und Calantha Siel als Luise. 

Das Stück von Erich Kästner ist zeitlos. 

Was für ein Spaß! Temporeich, mit vielen humorvollen Nuancen und originellen bühnenwirksamen Mitteln haben die Theaterameisen am Samstag und Sonntag im voll besetzten Oberellenbacher Jugend- und Freizeitheim „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner auf die Bühne gebracht.

Der Kinderbuchklassiker ist nach wie vor aktuell: Es geht darin um die Geschichte der Zwillingsschwestern Luise und Lotte, die nichts voneinander wissen, weil die Eltern geschieden sind und ein Mädchen beim Vater, das andere bei der Mutter lebt – bis sich beide im Kinderferienheim in Seebühl unverhofft gegenüberstehen. Schon bald ist eine Verschwörung gegen die Eltern im Gange. Am Ende der Ferien fährt Luise als Lotte zu Mutti nach München, Lotte als Luise zu Vati nach Wien.

Die Geschichte macht vor allem die Position der Kinder stark, deren Wiederzusammenführungsvorhaben der kumpelhaft augenzwinkernde Erzähler zum so vergnüglichen wie unwahrscheinlichen Happy End führt. Dieses Stück – in der Bühnenbearbeitung von Henning Bock und Jürgen Popig – haben die zwölf Mädchen der Kinder- und Jugendgruppe der Oberellenbacher Bühne selbst ausgesucht und nach den Sommerferien mit den Proben angefangen.

„Es steckt viel Eigeninitiative darin“, sagt Regisseurin Ilona Heußner. Das „Lottchen“ in Oberellenbach blieb dicht an der Vorlage, wurde aber an einigen Stellen sinnigerweise auch aufgefrischt. So gab es bei den Theaterameisen Handys, eine „Fünf-Minuten-Terrine“, das Fliegerlied („Und ich flieg, flieg, flieg“) und auch der Euro wurde bereits eingeführt. Mit einer neuen Beamer-Technik, ganz wunderbar umgesetzt von Kurt Ludwig, gelang es elegant und stimmig, die verschiedenen Ortswechsel ohne lästige Umbaupausen deutlich zu machen.

Calantha Siel (als Luise) und Lenja Susdorf (als Lotte) bildeten ein zuckersüßes Traumpaar, bei dem die Chemie stimmte. Ob mit Frechheit oder Intelligenz, die beiden wussten einfach, wie man neben den eigenen Eltern auch das junge Publikum perfekt um den Finger wickeln kann. So holten sie auch die sehr jungen Zuschauer immer wieder mit rein ins Geschehen: Beim Fliegersong zum Mittanzen oder beim Geburtstagslied zu Luises und Lottes Ehren.

Die Aufführung geizte auch sonst nicht mit verspielt-klamaukigen Einfällen. Die Akteurinnen bewegten sich äußerst wendig und wandlungsfähig, locker, knallig und keck. Das Publikum zeigte mit lang andauerndem Applaus seine Begeisterung. Es wirkten außerdem mit: Laura Mohr, Luisa Hoffmann, Mia Reinhardt, Anne Heilmann, Lea Krück, Nina Knoch, Neele Deppe, Milina Bock, Annkathrin Krapf und Pia Krück. Für Technik und Regie zeichneten Ilona Heußner und Kurt Ludwig verantwortlich.

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