Wahlprüfsteine Alheim: In der Solargemeinde herrscht Einigkeit

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Solargemeinde im Grünen: In Alheim gehen das ländliche Umfeld und moderne Infrastruktur eine ungewöhnliche Kombination ein. Gerade der größte Ortsteil Heinebach (im Bild mit der Kirchner Solar Group im Vordergrund) hat ein umfassenderes Angebot als die meisten vergleichbare Dörfer. Politische Kontroversen sind vor diesem Hintergrund in Alheim Mangelware.

Alheim. Vor der Kommunalwahl am 6. März stellen wir für jede Gemeinde Wahlprüfsteine auf und erklären, wie Parteien die wichtigsten Themen vor Ort anpacken wollen.

Politische Kontroversen sind in Alheim Mangelware. Die Gemeinde setzt seit Jahren auf eine Politik, die alle Generationen verbindet. Die Spielräume sind allerdings seit der Krise der Solarbranche und dem Einbruch der Gewerbesteuer kleiner geworden. Dieses Jahr soll zumindest der Haushalt wieder ausgeglichen sein. Wie es weitergeht, darüber sind die Parteien höchstens im Detail uneins.

Alheim bewegt sich an der 5000-Einwohner-Grenze. Wie können mehr Einwohner angelockt werden?

!Prinzipiell stehe Alheim mit seiner Infrastruktur ganz gut da, finden SPD und CDU. Allerdings muss nach Ansicht von SPD-Fraktionsvorsitzendem Udo Aschenbrenner die technische Anbindung (schnelles Internet und flächendeckende Mobilfunkversorgung) verbessert werden. SPD und CDU wollen am Programm „Jung kauft alt“ festhalten, damit Familien günstigen Wohnraum in Alheim finden. CDU-Spitzenkandidat Dieter Schönborn drängt zudem darauf, dass die Stelle des Jugendpflegers schnellstmöglich wieder besetzt wird. Zugleich müsse es für Senioren ein gutes Pflegeangebot vor Ort geben, woran aber bereits gearbeitet wird. Die FDP sieht vor allem die Verlagerung von Unternehmen und Behörden als Problem für ein Bevölkerungswachstum, weil die Wege für die Alheimer dadurch immer länger würden. Dagegen müsse man kämpfen, sagt Spitzenkandidat Aribert Kirch.

Pflichtaufgaben wie Kinderbetreuung und Kanalsanierung verschlingen das meiste Geld. Wollen die Parteien an der erhöhten Grundsteuer festhalten, um Raum für freiwillige Leistung zu erhalten?

Pflichtaufgaben erfüllen, den Haushalt weiter konsolidieren und dann über zusätzliche Leistungen und Steuersenkungen nachdenken - da sind sich alle Parteien einig. Wenn etwas übrig bleibt, will die FDP das Ehrenamt, insbesondere den Jugendsport, unterstützen, sagt Kirch. CDU und SPD wollen die Steuern zwar senken, aber erst wenn die Haushaltslage in ein, zwei Jahren sicherer ist. Schließlich gebe es erheblichen Nachholbedarf, etwa im Straßenbau.

Die interkommunale Zusammenarbeit spielt für Alheim eine große Rolle. Wie soll es mit der Zubra und dem Verwaltungszweckverband mit Rotenburg weitergehen?

Alle Parteien bekennen sich klar zur Zubra. Der Verband könne mit einer gewichtigeren Stimme sprechen als eine Gemeinde allein. Prinzipiell sind auch alle für den Ausbau der Zusammenarbeit mit Rotenburg, allerdings sind CDU und FDP etwas skeptischer: „Da sind noch riesen Effekte möglich, es darf aber nicht teurer werden“, sagt Schönborn. Und Kirch will die Zusammenarbeit nur vertiefen, wenn die Selbstständigkeit der Gemeinde nicht eingeschränkt wird. Optimistischer sieht Aschenbrenner (SPD) in eine Zukunft, die deutliche Kosteneinsparungen bringen werde. Klar ist laut CDU und SPD: Der nächste große Schritt ist die Verbindung der beiden Bauhöfe.

Heinebach steht in vieler Hinsicht im Mittelpunkt. Ist dieser Schwerpunkt richtig oder müssen die Ort gleichberechtigter entwickelt werden?

Das eine machen, ohne das andere zu lassen, sagen die Parteien. Es sei gut und richtig, dass Heinebach zum Schwerpunkt Alheims entwickelt wurde, betonen SPD und CDU. Von dem Angebot profitiere die ganze Gemeinde. Aber man müsse auch auf die Ortsteile achten: Die CDU will Gemeinschaftshäuser in einem guten Zustand erhalten und Spielplätze auch in den kleinen Orten bauen. Außerdem müsse überall Bauland zur Verfügung stehen. Die SPD will die Verbindung der Ortsteile zum Beispiel mit einem Bürgerbus verbessern. Und die FDP will das Angebot in den Dörfern zu erhalten: „Wie schwer es ist, sieht man am gescheiterten Versuch, die Gaststätte in Sterkelshausen zu betreiben. Da muss man dranbleiben“, sagt Kirch.

Bisher leben nur wenige Flüchtlinge in Alheim. Wenn noch mehr Asylbewerber kommen, wie sollen sie untergebracht und integriert werden?

„Die Unterbringung in Massenunterkünften sollte nur das letzte Mittel sein“, sagt Aschenbrenner und ist damit im Einklang mit Schönborn und Kirch, die ebenfalls auf eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge setzen. Die SPD lobt das Engagement der Alheimer Flüchtlingshilfe, die FDP wünscht sich aber eine bessere Information; insbesondere das Gemeindeblatt müsse wieder den Parteien zur Information offenstehen. Die CDU warnt: Wie viele Flüchtlinge noch kommen, sei nicht abzusehen.

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