„Untragbar für die Bürger“

Alheimer Parlament stimmt für Verkehrsberuhigungen an Gefahrenpunkten

Gefahrenpunkt: Die Kreuzung im Ortskern von Niederellenbach ist schlecht einsehbar – außerdem gibt es hier zwei Bushaltestellen, für die bislang kein Fußgängerüberweg vorhanden ist.
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Gefahrenpunkt: Die Kreuzung im Ortskern von Niederellenbach ist schlecht einsehbar – außerdem gibt es hier zwei Bushaltestellen, für die bislang kein Fußgängerüberweg vorhanden ist.

Geht es nach dem Alheimer Parlament, soll die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer im Ortskern von Niederellenbach und zwischen Fuldabrücke und Schlachtschiff verbessert werden.

Niederellenbach – Dazu herrschte in der Alheimer Gemeindevertretung in der Sitzung am Dienstag breite Einigkeit. Drei entsprechende Anträge der Grünen wurden mit klarer Mehrheit angenommen. Dabei wurde aber auch betont, dass das noch nicht bedeutet, dass die Vorschläge auch umgesetzt werden. Zuständig ist nicht das Parlament, sondern Bürgermeister, Landkreis und Hessen Mobil.

Im Blickpunkt ist insbesondere die Kreuzung im Ortskern, wo die Straßen von Oberellenbach nach Heinebach und von Baumbach nach Konnefeld aufeinandertreffen. Die Straße verläuft kurvig durch Niederellenbach, was die Sicht einschränkt. Außerdem liegen dort zwei Bushaltestellen. „Der Zustand ist untragbar für die Bürger von Niederellenbach. Es gibt eine Gefährdung für Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Edith Gipper. Viele Bürger hätten die geänderte Vorfahrtsregelung während der Sperrung der B 83, als eine abknickende Vorfahrt von Heinebach nach Konnefeld eingerichtet war, als Verbesserung empfunden – der Verkehr sei dadurch beruhigt worden. Diesen Eindruck bestätigte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Schönborn aus eigener Erfahrung.

Anders sah das die FDP-Fraktion. Deren Vorsitzender, Fahrlehrer Aribert Kirch, sah in der abknickenden Vorfahrt keine Verbesserung. „Wenn jemand von Konnefeld aus um die Kurve gebrettert kommt, ist das gefährlich“, sagte er. Die drei FDP-Abgeordneten stimmten gegen den Vorschlag, ebenso wie Richard Berge (CDU). Bei neun Ja-Stimmen wurde der Antrag mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Einstimmig sprach sich das Parlament für ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern im Ortskern und einen Fußgängerüberweg an den Bushaltestellen aus.

Bürgermeister Schmidt: Gemeindeparlament ist nicht zuständig

Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) hatte schon vor Beginn der Debatte darauf hingewiesen, dass die Anträge zum Thema Verkehr in der vorliegenden Form vom Parlament gar nicht beschlossen werden könnten, da die Gemeindevertretung nicht zuständig sei. Bernd Böhle aus der Gemeindeverwaltung verwies darauf, dass gesetzlich der Bürgermeister bei Gemeindestraßen die Straßenverkehrsbehörde sei, bei Kreisstraßen der Landrat. Die Gemeindevertreter könnten an diese Zuständigen keine Weisungen erteilen. Also wurden die Verkehrsanträge so umformuliert, dass das Parlament sich lediglich für eine Prüfung der Vorschläge ausspricht.

Bürgermeister Schmidt kündigte an, dass er das Verkehrskonzept der Gemeinde grundsätzlich „auf andere Füße stellen“ wolle und mehr Sicherheit und Verkehrsberuhigungen für die gesamte Gemeinde anstrebe. Für Niederellenbach sei bereits eine Verkehrsschau im Herbst angesetzt, worüber der Ortsbeirat auch informiert sei.

Der Vorschlag der Grünen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Heinebach und Niederellenbach wurde einstimmig angenommen – mit der Ergänzung von Thomas Möller (SPD), das Heinebacher Ortsschild ans Schlachtschiff zu versetzen. Auf der übrigen Strecke wünschen sich die Gemeindevertreter in beide Richtungen Tempo 70. Außerdem soll der Gehweg von der Brücke am Ortsausgang Heinebach bis zum Schlachtschiff ausgebaut werden.

Vertreter von CDU und SPD wiesen darauf hin, dass Verbesserungen für Fußgänger in den jeweiligen Ortsbeiräten bereits mehrfach gefordert worden sind – das allerdings bislang stets erfolglos geblieben sei. (Christopher Ziermann)

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