Trend: Weniger Komasäufer

Alkoholmissbrauch im Landkreis geht zurück

Hersfeld-Rotenburg. Vernunft statt Vollrausch: Immer weniger Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg trinken, bis der Arzt kommt.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Alkoholvergiftungen ist im vergangenen Jahr um insgesamt fast 20 Prozent gesunken. Unverändert hoch ist hingegen die Zahl der minderjährigen Komasäufer. Das ergab eine Anfrage unserer Zeitung beim Klinikum Bad Hersfeld und beim Kreiskrankenhaus Rotenburg.

Demnach mussten 2014 insgesamt 208 Trinker wegen einer Alkoholvergiftung vollstationär behandelt werden. Im Vorjahr waren es noch 252 Schnapsleichen gewesen. Das sind 44 Fälle weniger und entspricht einem Rückgang von 17 Prozent.

„Glücklicherweise werden Alkoholvergiftungen bei uns von Jahr zu Jahr seltener“, sagt Dr. Reinhard Funck vom Bad Hersfelder Klinikum. Der Chefarzt an der Klinik für Kardiologie und Intensivmedizin begrüßt den Trend aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen: „Jeder Wodkaunfall, der behandelt werden muss, bindet hoch qualifiziertes Personal, das an anderer Stelle vielleicht dringender gebraucht wird“.

Da die Rettungseinsätze und Krankenhausaufenthalte von den Krankenkassen bezahlt werden müssen, freut sich auch Harald Schmidt von der DAK in Bad Hersfeld über die positive Entwicklung. „Es ist erfreulich, dass sich beim Rauschtrinken eine erste Trendwende abzeichnet. Ich hoffe, dass sich diese positive Entwicklung bei uns langfristig bestätigt“. sagt Schmidt.

Im Gegensatz zum erfreulichen Gesamttrend bleibt die Zahl der unter 18-jährigen Komasäufer konstant. Sowohl 2013 als auch 2014 mussten 52 minderjährige Trinker in die Krankenhäuser im Landkreis eingeliefert werden. Somit wurde im vergangenen Jahr jede vierte vollstationär behandelte Alkoholvergiftung bei einem Jugendlichen oder Kind diagnostiziert.

Von Sebastian Schaffner

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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