Kirmesburschen Bosserode organisierten Tombola für Brandopfer

Hilfe für Familie Brill: Die Kirmesburschen organisierten eine Tombola. Deren Erlös geht nun an die Brandopfer. Unser Bild zeigt – von links – Armin Körzell, Rainer Brill, Margot Brill, Kevin Schellhas und Florian Messer.

Bosserode. Die Jugend interessiert sich für nichts und ist nicht engagiert? In Bosserode wurde das Gegenteil bewiesen. Das zeigte sich nach einem Wohnhausbrand im April, bei dem Margot und Rainer Brill all ihr Hab und Gut verloren.

Die Idee, Spenden für die dorfbekannte Familie zu sammeln, kam den vier Kirmesburschen und -mädchen Alice Mania, Björn Schöße, Kevin Schellhas und Florian Messer. Für das im Juli geplante Dorffest organisierten sie eine Tombola. Der gesamte Erlös des Losverkaufes sollte an die Brandopfer gehen.

„Wir vom Kirmeskomitee organisierten den Verkauf“, sagt der zweite Kirmesbursche Florian Messer. 20 Personen gingen in kleinen Gruppen von Tür zu Tür. „Es war schön zu sehen, dass in Bosserode noch alle zusammen halten“, sagt er.

Viele spendeten freiwillig größere Beträge, als sie vom Grund der Tombola erfuhren. „So konnten wir im Juli der Familie Brill einen Spendencheck von 2345 Euro überreichen“, erklärt der erste Kirmesbursche Kevin Schellhas. „Das ist ein ganz besonderer Einsatz der Dorfjugend“, würdigt Ortsvorsteher Armin Körzell die Aktion.

Alles verloren

„Ich bin sehr glücklich über die große Hilfsbereitschaft“, sagt Margot Brill. Ende April kam es in ihrem Haus, das mit einem Ölofen geheizt wurde, zu einer Verpuffung im Schornstein und infolge dessen zu einer Explosion, bei der ihr Mann Rainer schwere Verbrennungen davontrug. Besonders die Hände waren betroffen.

Das Haus ist seit Monaten unbewohnbar. Die Entkernung und Sanierungsarbeiten haben erst vor Kurzem begonnen. „Das Einzige, das wir retten konnten, war das Hochzeitsalbum unseres Sohnes. Sonst ist alles verbrannt oder mit Ruß vergiftet“, sagt die 63-Jährige.

Sofort wurde Nachbarschaftshilfe geleistet. Die Brills wohnen derzeit in einem Nachbarhaus mit Blick auf die Baustelle. „Ich habe dort vor dem Brand eine Frau gepflegt“, sagt Margot Brill.

Auch um Hausrat und Einrichtung mussten sie sich keine Gedanken machen: „Sofort haben wir von Bekannten Besteck, Geschirr und alles Weitere bekommen. So etwas gibt es nirgendwo anders.“

Von dem Los-Verkauf hatte Margot Brill vor dem Dorffest nichts mitbekommen. Als dann auch noch Pfarrer Winfried Schiel die gesamte Kollekte des Dorffest-Gottesdienstes spendete, war sie überwältigt. „Das Geld haben wir für eine neue Heizung zurück gelegt.“ Von Öfen aller Art wollen die Brills in Zukunft nichts mehr wissen.

Weiterer Lichtblick

Einen weiteren Lichtblick gibt es außerdem: „Kurz vor dem Brand sind unsere Enkelkinder geboren - Zwillinge“, freut sich Margot Brill. Obwohl die Umbauarbeiten noch lange andauern, schaut sie nun positiv in die Zukunft.

Von Sarah Rössing

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