Joachim Wagner und Franz Mansky stellen Naturbilder im Heimatmuseum aus

Alle Sinne ansprechen

Dicht über dem Wasser: Der Schwan, fotografiert von Joachim Wagner. Repro: Meyer

Rotenburg. Ein Vogel zwitschert leise, der Duft nach frischem Heu dringt durch die Tür, hinter der grüne Pflanzen wachsen. Die Gestaltung einer neuen Ausstellung mit dem Titel „Lebensraum Fuldaaue“ im Rotenburger Kreisheimatmuseum spricht alle Sinne an und verspricht viele Entdeckungen.

Die Rotenburger Franz Mansky und Joachim Wagner haben sich zusammengetan, um Museumsbesucher auf zwei Wegen in die Natur zu führen: durch gemalte Bilder (Franz Mansky) und Fotografie (Joachim Wagner).

Die kunstvollen Fotografien von Joachim Wagner ermöglichen, Tiere zu entdecken, die dem ungeübten Spaziergänger im Normalfall verborgen bleiben. Der pensionierte Lehrer liegt seit Jahren in der Aue auf der Lauer, kennt die dortige Tier- und Pflanzenwelt so gut wie kein Zweiter und dient ihr außerdem, indem er sich für ihren Schutz einsetzt.

Überwältigend sind manche der zuletzt entstandenen Fotos: Da jagt ein Schwan dicht über der Wasseroberfläche hinter einer Nilgans her, da überreicht ein fast aufrecht im Wasser stehender Haubentaucher seiner Partnerin ein Bündel Nistmaterial als Balzgeschenk, da balanciert ein Insekt, ein Heupferd, akrobatisch über eine Distel. Einen Hirschkäfer hat Wagner entdeckt, den Biber, flauschige Schwanenjunge.

Inspiriert von Wagners Fotos

Franz Mansky lässt sich von den Fotos Wagners bei der Malerei mitunter inspirieren. Das Acrylbild eines Haubentauchers im Schilf ist beispielsweise so entstanden. Seine Liebe zur Natur drückt der Maler durch Bilder aus, die die verschiedenen Tiere mit viel Liebe zum Detail zeigen, und die oftmals stark die Stimmung eines Ortes zur jeweiligen Tageszeit wiedergeben.

Der Blick vom Fuldasteg bei Lispenhausen auf eine Fulda, in der sich der rosa-rote Abendhimmel spiegelt, ist ein Beispiel dafür. Einen Jagdfasan, eine Seerosenblüte, Füchse im Bau oder den Eisvogel hat Mansky gemalt. Dabei hat er nicht alle Motive direkt in der Fuldaaue gefunden.

„Wir wollen die Leute für die Natur sensibilisieren“, sagt Wagner. Er wünscht sich, dass die Menschen Wertschätzung für das Leben in der Aue empfinden und sie schützen.

Lars Weißflog, Inhaber des Café Moritz, hat die Ausstellung unterstützt, indem er beispielsweise Plakate drucken ließ. Bis Ende August ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Museums immer mittwochs, freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Nach Vereinbarung bieten die Künstler auch Führungen an.

Von Achim Meyer

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