Verdi-Streik

Ausgerechnet am Black Friday: Droht bei Amazon ein Liefer-Desaster?

Am Black Friday 2020 lockt Amazon mit günstigen Angeboten. Doch nun hat Verdi einen Streik angekündigt. Droht jetzt ein Liefer-Desaster?

  • Am Freitag (27.11.2020) ist Black Friday, auch Amazon lockt mit vielen Schnäppchen.
  • Verdi hat Beschäftige der Amazon-Logistikzentren zu Streiks aufgerufen.
  • In den Logistikzentren werden Waren gelagert und von dort versandt.

Kassel/Bad Hersfeld - Die Black Week von Amazon hat bereits begonnen, am Freitag (27.11.2020) gibt es zum Black Friday dann noch mehr Angebote und Schnäppchen. Genau diesen Tag hat sich Verdi für Streiks beim Onlineversand-Riesen Amazon ausgesucht.

Mit der Nacht von Mittwoch (25.11.2020) auf Donnerstag hat Verdi die Beschäftigten von sieben Amazon-Versandzentren in Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg, Werne, Graben bei Augsburg und Koblenz zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Damit sind genau die Tage um den Black Friday betroffen.

Amazon-Streik an Black Friday 2020 - Standort Bad Hersfeld betroffen

Mit dem Streik will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf den Online-Händler Amazon ausüben. Grund ist ein jahrelanger Streit um Tarifverträge. „Den Kolleginnen und Kollegen wird seit acht Jahren die geforderte tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung vorenthalten. Gleichzeitig macht der Konzern mit dem reichsten Mann der Welt an der Spitze durch Coronavirus-Pandemie, Black Friday, Cyber Monday und im Weihnachtsgeschäft riesige zusätzliche Milliardengewinne", kritisiert Verdi-Vertreter Orhan Akman.

Auch in den zwei Amazon-Logistikzentren in Bad Hersfeld wird gestreikt*. In Bad Hersfeld ist das bundesweit zweitgrößte Logistikzentrum des Versand-Riesen angesiedelt, das auch wegen des zentralen Standortes an der A7 in der Mitte Deutschlands als wichtiger Knotenpunkt gilt.

Der Streik an diesem Standort könnte Lieferungen rund um den Black Friday daher massiv beeinflussen. Das zweite und kleinste Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld* ist auf die Lagerung und den Versand von Bier, Wein und Spirituosen spezialisiert. Nach Angaben von Verdi haben Beschäftigte in den beiden Werken in Bad Hersfeld mit Beginn der Nachtschicht am späten Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Der Streik solle bis Samstag dauern.

Kurz vor Black Friday 2020: Führt der Streik bei Amazon zu verspäteten Lieferungen?

Auch an anderen Logistikzentren von Amazon haben Mitarbeiter bereits mit dem Streik begonnen. Wie viele Beschäftige ihre Arbeit niedergelegt haben, ist zurzeit nicht bekannt. Wie groß die Auswirkungen auf Lieferungen rund um den Black Friday sind, kann daher nur schwer abgeschätzt werden.

Ein Amazon-Sprecher sagte, die Teams konzentrierten sich auch aktuell „darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen“. Aufgrund der Corona-Pandemie seien Streik-Teilnehmer erst gar nicht zum Werksgelände gekommen. Angesichts der Infektionszahlen seien „stille Streiks“ vereinbart worden, so Verdi.

Rund um den Black Friday hat Verdi Amazon-Mitarbeiter zu Streiks aufgerufen. Auch das Logistikzentrum in Bad Hersfeld ist betroffen. (Archivfoto)

Da Amazon rund um den Black Friday und vor Weihnachten mit deutlich mehr Bestellungen rechnet, hat das Unternehmen in Bad Hersfeld etwa 500 zusätzliche Saisonarbeiter eingestellt. Etwa 3500 Personen arbeiten laut Verdi regulär bei Amazon in Bad Hersfeld. Amazon hat in Deutschland 15 Logistikzentren an 14 Standorten mit rund 16.000 festangestellten Beschäftigten. 

Amazon selbst geht derzeit von keinem Liefer-Desaster am Black Friday aus. Pakete kämen pünktlich an, der Großteil der Mitarbeiter kümmere sich wie üblich um Kundenbestellungen, so das Unternehmen. Auch Saturn und Media Markt bieten zum Black Friday viele Deals und machen Amazon massiv Konkurrenz. (Sarah Neumeyer mit dpa) *hna.de und hersfelder-zeitung.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.