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Wegen Amazon Prime Day: Verdi ruft Beschäftigte in Bad Hersfeld zu Streiks auf

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Von: Melanie Gottschalk

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Die Beschäftigten bei Amazon in Bad Hersfeld sollen am Amazon Prime Day streiken.
Die Beschäftigten bei Amazon in Bad Hersfeld sollen am Amazon Prime Day streiken. © Oliver Mueller/imago

In der kommenden Woche findet der Amazon Prime Day 2022 statt. Verdi will diesen Tag nutzen, um den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.

Bad Hersfeld - Wie in jedem Jahr gibt es ihn auch 2022 wieder: Den „Amazon Prime Day“. In der kommenden Woche lockt der Internetgigant erneut mit Rabatten und preisreduzierten Produkten, konkret soll der Prime Day am 12. und 13. Juli 2022 stattfinden, wie das Unternehmen ankündigte.

Das ruft auch Verdi auf den Plan. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat die Beschäftigten von Amazon dazu aufgerufen, am Prime Day ihre Arbeit niederzulegen, unter anderem im nordhessischen Bad Hersfeld. „Im Tarifkonflikt mit dem Online-Handelsunternehmen Amazon hat die Verdi die Beschäftigten an sieben Verteilzentren mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag (11. Juli 2022) zum Streik aufgerufen“, heißt es wörtlich in der Mitteilung.

Amazon Prime Day: Beschäftigte sollen streiken – Verdi will Flächentarifverträge

Die Gewerkschaft Verdi fordert von Amazon die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrages „Gute und gesunde Arbeit“. Die Niederlegung der Arbeit am Amazon Prime Day soll mutmaßlich den Druck auf den Online-Versandriesen erhöhen. Aufgerufen zum Streik sind laut der Mitteilung die Beschäftigten in Graben bei Augsburg, Leipzig, Koblenz, Rheinberg, Werne und an den zwei Standorten in Bad Hersfeld.

„Den aktiven Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren für einen Tarifvertrag bei Amazon kämpfen, gehört unser Respekt für den Mut, den sie trotz des Drucks durch den Arbeitgeber in dieser Auseinandersetzung immer wieder aufbringen“, wird Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger zitiert.

Amazon: Verdi fordert materielle Sicherheit für die Beschäftigten

Wie Verdi berichtet, habe Amazon zwar die Stundenlöhne in den vergangenen Jahren wiederholt erhöht und die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro je Stunde vorweggenommen. „Tatsächlich jedoch bleiben die Einkommen der Beschäftigten durch längere Arbeitszeiten und niedrige oder fehlende Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oft um mehrere hundert Euro unter denen ihrer Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren tarifgebundenen Unternehmen“, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Seit Jahren versucht die Verdi beim Internetgiganten Amazon Tarifverträge zu etablieren, dies jedoch bisher ohne Erfolg. Laut der Mitteilung sei es längst überfällig, den Beschäftigten Wertschätzung und materielle Sicherheit zu geben, betonte Nutzenberger.

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