Fallzahlen steigen wieder

Coronavirus: Gesundheitsamt warnt vor Leichtsinn

Adelheid Merle
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Adelheid Merle

Auch wenn die Corona-Infektionskurve im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen ist, besteht nach Ansicht des Gesundheitsamts kein Grund zur Panik.

Hersfeld-Rotenburg – Adelheid Merle, die Leiterin der Behörde, appelliert zugleich an die Bevölkerung, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und die angeordnete Quarantäne zu befolgen. „Das Virus ist nach wie vor unter uns“, sagt Merle.

Aktuell sind im Kreisgebiet 21 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Der Großteil der aktuellen Fälle sei allerdings auf eine einzige Familienfeier zurückzuführen, so Kreis-Sprecher Pelle Faust. Bei den restlichen Infizierten handele es sich um Reiserückkehrer. Die Gäste der Feier seien bereits in der vergangenen Woche vom Gesundheitsamt unter häusliche Isolation gestellt worden. Dem Amt sei es zudem gelungen, die Kontaktpersonen frühzeitig ermitteln. Aktuell habe die Behörde vor allem ein Auge auf die Situation rund um die Grundschule in Ronshausen und die Blumensteinschule in Obersuhl. In Ronshausen befinden sich seit Anfang der Woche 43 Schüler und 14 Lehrkräfte in Quarantäne. An der Blumensteinschule hatte das Gesundheitsamt für 41 Schüler und zehn Lehrkräfte eine Isolation verhängt, die voraussichtlich bis 24. September gilt.

Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass auch bei negativen Testergebnissen die vorgeschriebene Quarantäne von zwei Wochen unter Umständen gänzlich eingehalten werden müsse. Zuletzt habe sich gezeigt, dass Betroffene vor allem in der zweiten Woche ihrer häuslichen Isolation Symptome entwickelten. „Nur so können Infektionsketten unterbrochen werden“, so Merle. Während der Quarantäne sei ein Kontakt, etwa unter benachbarten Kindern, untersagt, auch wenn einzelne Personen keine Krankheitssymptome aufzeigten, sagt Merle und betont: „Die Quarantäne-Anordnung kann einzig durch das Gesundheitsamt erfolgen und wieder aufgehoben werden.“

Ein negatives Testergebnis bedeute nicht automatisch, dass die Quarantäne aufgehoben sei.

233 Menschen im Kreis in Quarantäne

Der Kreis Hersfeld-Rotenburg hat durch die Neuinfektionen der vergangenen Tage derzeit eine der höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen in ganz Hessen: 15,7. So viele Menschen haben sich pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche mit dem Virus angesteckt. Am Freitag blieb dieser Wert konstant. Das Gesundheitsamt meldete eine Neuinfektion einer 40-jährigen Frau, die sich laut Amt vermutlich, wie bereits andere Menschen zuvor, bei einer Familienfeier infiziert hatte. ses

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