Andreas Däche führt Traditionsbetrieb in Iba in sechster Generation

Haus mit langer Tradition: Vor dem Gasthaus Däche Andreas Däche, Viola Heinzerling, Paul und Celine. Auch ein Saal und eine überdachte Gästeterrasse hinter dem Gebäude und ein Spielplatz für die Gästekinder gehören dazu. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Iba. In sechster Generation ist das Gasthaus Däche schon in Familienbesitz - seit 1840. Dabei war es nicht von Anfang an auch Andreas Däches (38) Bestreben, das Haus weiterzuführen.

Er hatte als Koch schon fünf Jahre in der Schweiz gearbeitet und wollte eigentlich nicht nach Hause zurückkehren.

Doch dann entschied er sich 2005 doch dafür, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Es war klar, dass das Familienerbe weitergeführt werden musste, sagt Däche heute. So kam er mit 29 Jahren zurück nach Iba - im Gepäck reichlich Erfahrung. In seiner Ausbildung hatte er alle möglichen Posten durchlaufen, hatte in mehreren Familienbetrieben gearbeitet, zuletzt als Restaurantleiter. Und er hatte das Eidgenössische Gastronomie-Koch-Diplom erworben, was dem Meistertitel entspricht.

Andreas Däche ist selbst mit dem Gasthof samt Landwirtschaft aufgewachsen. „Besonders in der Ferienzeit war die Gaststube immer voll“, erinnert er sich. Es kamen viele Wandergäste, vor allem aus dem Anfang der 80er-Jahre neu eröffneten Ferienpark in Machtlos. Nach dem Essen fuhr sein Vater Karl Däche, der 2010 viel zu früh verstorben ist, die Kinder mit dem Trecker nach Machtlos zurück. Thekengäste saßen bis nachts um 2 Uhr bei Bier und Kännchen (Schnaps).

Legendär war auch die Ibsche Kirmes am ersten Novemberwochenende. „Damals waren nicht selten 600 Leute hier im Saal und in den Gasträumen“, blickt Däche zurück. Die letzte Saalkirmes wurde 1992 gefeiert, aber bis heute ist der Saal in Iba für Familienfeiern und andere Veranstaltungen gefragt. Er wurde, wie auch die Toiletten und in Kürze auch die Gaststube, renoviert und neuen Anforderungen angepasst.

Dass der Saal heute zur Verfügung steht, ist Karl Däche zu verdanken. Er hatte 1980 einen neuen Saal unter der Bedingung gebaut, dass in Iba nicht auch noch ein Dorfgemeinschaftshaus gebaut würde. 1982 hatte er sogar eine Küche zur Selbstverpflegung für die Gäste eingerichtet, doch die war ein Flop. Lieber ließen sich die Gesellschaften von Däche lecker verköstigen.

Wie er selbst als Kind seinem Vater half, so hilft auch Sohn Paul heute schon mal beim Abwasch, und seine Schwester Celine unterstützt ihre Mutter Viola beim Bedienen. Viola Heinzerling stammt aus der Nähe von Stuttgart. Sie hat eigentlich im Büro gearbeitet, ist nun aber mit Leib und Seele im Gasthaus aktiv.

Damals wie heute essen viele Gäste gerne Schnitzel, Steak und Bratwurst, „weil sie wissen, dass das Fleisch aus der Region kommt“, sagt Däche, der selbst vielseitig ist und auch gerne mediterran kocht. Erstklassige Produkte sind ihm besonders wichtig.

Inzwischen sind Partyservice und Familienfeiern das Hauptgeschäft des Gasthauses, mittwochs bis samstags isst man ab 18 Uhr à-la-carte, Sonntag ist ab mittags geöffnet.

Auch Sohn Paul (4) möchte Koch werden. Das sagt er jedenfalls heute. Womit die Nachfolge gesichert wäre, falls der Berufswunsch bestehen bleibt. Zwingen würde ihn der Vater aber auf keinen Fall.

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