Hersfeld-Rotenburg

Ankommen in der Arbeitswelt: Beratungsbüro EUTB hilft Menschen mit Behinderungen bei Inklusion

Endlich geschafft: Sascha Mohr arbeitet im Toom-Markt Bebra. Die Teilhabeberatungsstelle EUTB konnte bei der Vermittlung zum Budget für Arbeit helfen.
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Endlich geschafft: Sascha Mohr arbeitet im Toom-Markt Bebra. Die Teilhabeberatungsstelle EUTB konnte bei der Vermittlung zum Budget für Arbeit helfen.

Orientierung und Hilfestellung für Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Menschen leistet jetzt schon seit zwei Jahren die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung.

Hersfeld-Rotenburg - Es geht auch darum, Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Das verlangt nicht zuletzt die UN-Menschrechtskonvention: Inklusion, Teilhabe an Arbeit und Alltag statt gesonderter Betreuung etwa in Werkstätten. Und dazu dient zum Beispiel das Budget für Arbeit. Die EUTB ist ein Angebot des Blinden- und Sehbehindertenbunds Hessen und berät zu allen Fragen rund um Teilhabe, Rehabilitation und Inklusion.

Beratungsschwerpunkte sind Persönliches Budget, Budget für Ausbildung, Angehörigenberatung, Assistenz, Pflegeversicherung, Unterstützung bei Antragstellung und Widersprüchen. Darüber hinaus bietet die EUTB eine qualifizierte Beratung für Sehbehinderte und blinde Menschen an, heißt es in einer Pressemitteilung.

Beratungsschwerpunkt ist auch das relativ neue Teilhabeinstrument des Budgets für Arbeit. Das ist eine mit dem Bundesteilhabegesetz eingeführte Regelleistung, die seit 2018 in Anspruch genommen werden kann. Ziel des Budgets für Arbeit ist es, den Menschen mit Behinderungen, die voll erwerbsgemindert und/ oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind, den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu ermöglichen.

Alle Arbeitgeber, unabhängig von der Größe des Betriebes oder des Unternehmens, die einen Menschen mit Behinderung im Rahmen des Budgets für Arbeit beschäftigen, erhalten einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von bis zu 75 Prozent der tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung als Minderleistungsausgleich gezahlt. Weiterhin beinhaltet das Budget für Arbeit die Übernahme von Kosten für eine dauerhafte fachliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz, zum Beispiel eine persönliche Assistenz. Die Dauer des Budgets für Arbeit richtet sich nach dem Einzelfall, wobei der Gesetzgeber grundsätzlich von einem dauerhaften, unbefristeten Lohnkostenzuschuss ausgeht, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Eines dieser Budgets für Arbeit, das die EUTB begleitet hat, ist das von Sascha Mohr. Er begann vor einigen Jahren, erst als Praktikant und dann im Außenarbeitsplatzverhältnis mit Anbindung an die Werkstatt für behinderte Menschen im Toom-Baumarkt in Bebra zu arbeiten. Bald stand sein Wunsch fest: „draußen“, auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten und Geld verdienen. Die Arbeit als Lagerist sowie die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen und den Kunden bereiteten ihm Freude. Er bekam Anerkennung und fühlte sich bestätigt. Der Wunsch, weiterhin auf dem ersten Arbeitsmarkt, unabhängig von der Werkstatt, und damit mitten in der Gesellschaft zu arbeiten, wurde immer größer. Durch das Budget für Arbeit rückte dieser Wunsch in greifbare Nähe.

Die EUTB begleitete Sascha Mohr von der Vorbereitung bis hin zur Antragstellung. Die Teilhabeberatung half dabei, zwischen dem Kostenträger des Budgets für Arbeit und dem Marktleiter des Toom-Baumarktes zu vermitteln. Inzwischen konnte Sascha Mohr überglücklich seinen Arbeitsvertrag in Bebra unterzeichnen.  

Information zur EUTB

Die Beratung ist kostenfrei, barrierefrei und datengeschützt. Terminvereinbarung ist notwendig unter Tel.: 0661/960 908 10 oder per E-Mail: fulda@bsbh-teilhabeberatung.org, oder per Post: EUTB Fulda und Hersfeld-Rotenburg, Kothenbachweg 2, 36041 Fulda

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