Pomologe Jan Bade bestimmte beim Apfeltag die Sorten

Des Apfels Name

Der Apfelkenner: Jan Bade (rechts) ist Pomologe und erklärt, welche Früchte bei den Besuchern des Apfeltages im Garten wachsen. Von links Chris Köbberich, Michael Marth, Kurt Rieger. Foto:  Meyer

Niedergude. Zunächst betrachtet Jan Bade die gelben Äpfel, die Chris Köbberich ihm aufgetischt hat. Er nimmt einen in die Hand und dreht ihn, bevor er zur Erklärung ansetzt. Jan Bade ist Apfelkundler oder Pomologe und verät vielen Gästen des Niederguder Apfeltages, was bei ihnen im Garten wächst.

Die Äpfel, die Chris Köbberich aus einem Beutel gekramt hat, sind für den Kaufunger Bade keine Herausforderung. Es handelt sich um die belgische Sorte Croncels, die in ganz Deutschland verbreitet ist. Die Äpfel haben den Nachteil, dass sie sich kaum ohne Druckstellen ernten oder lagern lassen. „Den hau’ ich gleich in den Saft“, erklärt Bade. Auch für die schwarzen Flecken hat Bade eine Erklärung. Sie heißen Schorf, und der Croncels ist dafür anfällig. Der Frost im Mai hat den Schorf verursacht.

Liebe zu alten Sorten

Schornsteinfeger Bade hat seine Liebe für alte Apfelsorten zum Beruf gemacht. Für ihn ist die Pomologie die Bewahrung kulturhistorischen Wissens – das mal nützlich sein wird, wenn der Klimawandel den Supermarkt-Äpfeln zusetzt. Die seien schon heute kaum widerstandsfähig, erklärt er, während manch alte Apfelsorte eine starke Resistenz mitbringe.

Tausende Apfelsorten gibt es. Bade hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen die Früchte aus ihrem Garten mehr schätzen, wenn sie den Namen kennen. Dann wissen sie auch, ob der Apfel sich eher für Kuchen oder Saft eignet.

Beim Apfeltag in der Gudetalhalle bringen Dutzende Gäste Früchte aus ihrem Garten mit, um sie bestimmen zu lassen. Andrea Taylor hat den Tag initiiert, der Heimat- und Kulturverein sie umgesetzt. Die Landfrauen verkaufen Apfelkuchen, Herbert Schäfer zeigt eine Apfelpresse, und Exemplare vieler verschiedener Apfelsorten werden ausgestellt. (zmy)

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