1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Arbeitslosigkeit im Kreis Hersfeld-Rotenburg steigt im Juli leicht an

Erstellt:

Von: Christopher Ziermann

Kommentare

Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld.
Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld. © Arbeitsagentur

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist im Juli von 3,7 auf 3,9 Prozent gestiegen und liegt damit auch höher als vor einem Jahr (3,6 Prozent).

Hersfeld-Rotenburg – Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist im Juli von 3,7 auf 3,9 Prozent gestiegen und liegt damit auch höher als vor einem Jahr (3,6 Prozent). Üblich ist im Juli ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei jungen Menschen – zum Beispiel, weil Ausbildungen geendet haben. Darüber hinaus ist der Anstieg der Zahlen vor allem damit zu erklären, dass nun die ukrainischen Geflüchteten Teil der Statistik sind, sagt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Derzeit hat die Agentur für Arbeit für Waldhessen 374 Personen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft erfasst. Vor einem Jahr waren es lediglich sieben. Damit kommen 15 Prozent der insgesamt 2465 Arbeitslosen im Landkreis aus dem vom Krieg gebeutelten Land. Sie wurden zunächst als Asylbewerber eingestuft, sind nun aber in der Grundsicherung erfasst. Im Umkehrschluss heißt das auch: Die Geflüchteten, die oft gut ausgebildet sind, stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

In der Wirtschaft stößt das auch auf Nachfrage der Unternehmen. „Es melden sich immer wieder Unternehmen initiativ bei uns und fragen nach, wie sie die Menschen aus der Ukraine integrieren können“, sagt Julia Kossack, Leiterin des IHK-Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg.

Bezogen auf alle Arbeitslosen im Landkreis hat sich die Zahl der Männer von Juni zu Juli nicht verändert und verharrt bei 1221 – 39 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist hingegen um 114 im Vergleich zum Vormonat und 200 zum Vorjahr gestiegen, auf nun 1244. Die Geflüchteten aus der Ukraine sind größtenteils Frauen.

„Angesichts der Folgen des Angriffskrieges auf die Ukraine zeigt sich der Arbeitsmarkt erstaunlich stabil“, sagt Agenturchef Dombrowski. Ein Minus beim Stellenzugang und -bestand könne jedoch ein erstes Anzeichen dafür sein, dass einige Unternehmen wegen der be-stehenden Risiken vorsichtiger agieren. Seit Januar hat der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur 1916 Stellen akquiriert.

Das waren 261 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bestand an Stellen ging ebenfalls zurück: um 43 gegenüber dem Juni und um 150 zum Vorjahresmonat. (Christopher Ziermann)

Auch interessant

Kommentare