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Arsen-Altlasten: Bodenaustausch kostet Privatleute nichts

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Von: René Dupont

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Der Weg zur Halde hinter dem ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte ist versperrt.
Am Zaun ist Schluss: Der Weg zur Halde hinter dem ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte ist versperrt. © Dupont, Rene

Die Eigentümer von Grundstücken, die mit Arsen belastet sind, können sich freuen: Sie müssen nichts für den Bodenaustausch bezahlen.

Richelsdorf – Nach sechs Jahren nervenaufreibender Unsicherheit gibt es jetzt überraschend gute Nachrichten für die Richelsdorfer, deren Boden mit Arsen belastet ist.

Die betroffenen Eigentümer, die sich bei der Sanierung für den Bodenaustausch entschieden haben, müssen nichts für den Austausch bezahlen. So, wie es zurzeit aussieht, bleiben an diesen Eigentümern nur die Kosten hängen für das Wiederanlegen der Bepflanzung, zum Beispiel mit Gras oder Büschen.

Vor kurzem hat Bauunternehmer Reiner Kurz aus Nentershausen-Süß auf Anfrage der Eigentümer Angebote für den Bodenaustausch und den Abtransport zu den Zwischenlagern abgegeben.

Erstmals belastbare Zahlen

Damit liegen zum ersten Mal belastbare Zahlen vor, wie hoch die Kosten sein werden. Und die faustdicke Überraschung lautet: Die 200 000 Euro, die der Landkreis mit der Entscheidung des Kreistags den privaten Eigentümern aus dem Kreisausgleichsstock für den Bodenaustausch zur Verfügung stellt, werden dafür ausreichen.

Von der Belastung betroffen sind insgesamt 29 private Eigentümer. Die meisten haben sich für den Bodenaustausch als Sanierungsmaßnahme entschieden, berichtet Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth (SPD). Dabei geht es um eine Fläche von insgesamt etwa 8000 Quadratmetern, auf der der Boden einen halben Meter tief ausgetauscht werden soll.

Dieses für die Eigentümer erlösende Ergebnis haben, was die Finanzierung angeht, drei Institutionen möglich gemacht: Das Land Hessen, das immer noch ein Stück weitergehende Zusagen machte, der Kreistag und die Gemeinde Wildeck, die den Eigentümern den Austauschboden kostenfrei zur Verfügung stellen will. Die Freigabe dafür wird am Donnerstag, 14. Juli 2022, im Parlament erwartet.

Horrende Kosten befürchtet

Die Eigentümer mussten mit zum Teil horrenden Zahlungen rechnen, weil eine Bestimmung der genauen Kosten bisher nicht möglich war.

„Dieses Ergebnis ist in Hessen einmalig, wenn man es mit Kommunen vergleicht, die ähnliche Probleme hatten“, freut sich Wirth. Er bedankt sich herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben. (René Dupont)

Betrieb vor über 60 Jahren eingestellt

Die Arsenbelastung in Richelsdorf ist eine Altlast aus dem Betrieb der Richelsdorfer Kupferhütte, der vor über 60 Jahren eingestellt worden war. 2016 wurde bekannt, dass nicht nur das Betriebsgelände verseucht ist, sondern auch Grundstücke im 600 Meter entfernt liegenden Dorf. Der Bach Weihe hatte die giftige Fracht in den Ort gespült. Die Gemeinde Wildeck hat bereits vier ihrer Grundstücke auf eigene Kosten saniert, darunter den Spiel- und den Minigolfplatz. (dup)

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