Bürgerinitiative zum Gespräch in Wiesbaden

Arsen-Altlasten in Richelsdorf: Umweltministerin Hinz will weitere Hilfen prüfen

Eine Delegation aus Richelsdorf zum Gespräch in Wiesbaden: Das Foto zeigt von links Dirk Köhler, Alexander Wirth, die SPD-Landtagsabgeordnete Karina Fissmann, Rolf Hornickel und Ortsvorsteher Wilfried Wetterau.
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Eine Delegation aus Richelsdorf zum Gespräch in Wiesbaden: Das Foto zeigt von links Dirk Köhler, Alexander Wirth, die SPD-Landtagsabgeordnete Karina Fissmann, Rolf Hornickel und Ortsvorsteher Wilfried Wetterau.

Beim ersten direkten Gespräch der Richelsdorfer Bürgerinitiative Arsen mit Hessens Umweltministerin hat diese zugesagt, weitere finanzielle und organisatorische Hilfen zu prüfen.

Richelsdorf/Wiesbaden – Zahlreiche Grundstücke in Richelsdorf sind durch den Betrieb der Richelsdorfer Kupferhütte so stark mit Arsen belastet, dass sie saniert werden müssen. Die Richelsdorfer hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Einladungen ausgesprochen und Ministerin Priska Hinz (Grüne) gebeten, sich die Probleme vor Ort anzuschauen. Diese Einladungen hatte Hinz bislang nicht angenommen, sich aber am vergangenen Donnerstag zu einem Gespräch in Wiesbaden bereit erklärt.

Zu dem Gespräch reiste eine vierköpfige Delegation aus Richelsdorf an. Mit dabei waren Bürgermeister Alexander Wirth, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), Dirk Köhler, Ortsvorsteher Wilfried Wetterau und und Vorstandsmitglied Rolf Hornickel.

„Ich kann die Sorgen vor einer zu großen Belastung der Gemeinde und der Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen. Deshalb haben wir bereits sehr viel unternommen, um die Menschen vor Ort möglichst stark zu unterstützen und die Kosten spürbar zu verringern“, betonte Hinz auf Anfrage unserer Zeitung nach dem Gespräch.

Hinz: Rechtliche Situation setzt für Hilfen des Landes Grenzen

„Die bisherigen Bemühungen des Landes um Hilfen und finanzielle Zusagen sind auf Zustimmung gestoßen. Ich habe jedoch auch die rechtliche Situation noch einmal dargestellt. Diese setzt für Hilfen des Landes Grenzen“, betonte die Umweltministerin. „Gleichwohl gibt es die Bitte um weitere Unterstützung.

Deshalb werden wir nun noch einmal mit dem Innenministerium klären, inwieweit die Gemeinde über den Landesausgleichsstock unterstützt werden kann und außerdem überlegen, wie wir noch über unser bisheriges Engagement hinaus organisatorisch helfen können, um eine weitere Entlastung der Betroffenen zu erreichen“, versprach Hinz. Die gesamten Kosten könne das Land jedoch nicht übernehmen. „Wir haben vereinbart, dass wir weiter im Gespräch bleiben“, erklärte die Umweltministerin.

Bürgerinitiative spricht von „gutem Dialog“

„Das war ein sehr gutes Gespräch“, betonte Bürgermeister Alexander Wirth. „Uns hat auch positiv überrascht, dass sich die Ministerin eine Stunde Zeit genommen hat und auf die Sorgen der Richelsdorfer eingegangen ist“, sagte Wirth.

Von einem „guten Dialog“ sprach auch der Sprecher der Bürgerinitiative, Dirk Köhler. „Wir haben Ministerin Hinz erneut auf die Ungerechtigkeit hingewiesen, dass es moralisch nicht gerecht und auch nicht vertretbar ist, die Bürger zu Kasse zu bitten, für eine Sache, die weit über 300 Jahre zurückliegt und die sie in keiner Weise zu verantworten haben“, betonte Dirk Köhler. In Richelsdorf werde keiner der Grundstückseigentümer in den Ruin getrieben, habe sie versichert. „Unsere Einladung, nach Richelsdorf zu kommen, hat sie am Ende angenommen“, sagte Köhler. (René Dupont)

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