Bergbau-Altlasten

Arsen-Belastung: Richelsdorfer hoffen auf Ergebnisse der Nachuntersuchungen

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Die Arsen-Belastung auf dem Kinderspielplatz (Foto) und dem dahinter liegenden Minigolfplatz in Richelsdorf ist so hoch, dass der Boden definitiv ausgetauscht werden muss. Deshalb gab es dort auch keine Nachuntersuchungen. Die Grundstücke gehören der Gemeinde Wildeck. 

Noch ist alles offen, doch es gibt einen Hoffnungsschimmer für die von den Bergbau-Altlasten gebeutelten Richelsdorfer, denen zum Teil horrende Sanierungskosten drohen.

  • In Richelsdorf sind 23 private Grundstücke mit Arsen belastet
  • Den Betroffenen drohen hohe Sanierungskosten 
  • Die Hoffnungen ruhen auf einer Nachuntersuchung 

Wildeck - In Richelsdorf sind 23 private Grundstücke von 18 Eigentümern so stark mit Arsen belastet, dass sie saniert werden müssen. Das war zumindest der Stand bisher. Jetzt gibt es die Hoffnung, dass die Nachuntersuchungen, die auf allen betroffenen Grundstücken vorgenommen wurden, das Ergebnis bringen, dass auf weniger Flächen der Boden ausgetauscht werden muss als bislang angenommen.

Arsen-Belastung: Weitere Proben in Richelsdorf genommen

Die Nachuntersuchungen gehen ins Detail. Dabei wurden weitere Proben genommen, um für jedes betroffene Grundstück einzeln den Gesamtgehalt an Arsen im oberflächlichen Bodenbereich zu bestimmen und zu prüfen, wie hoch in jedem Einzelfall die Resorptionsverfügbarkeit ist. Sie gibt an, welcher Anteil der Schadstoffe maximal vom Körper aufgenommen werden könnte. Beim Verschlucken von Bodenpartikeln wird nur ein Teil des darin enthaltenen Arsens aufgenommen und biologisch wirksam. Mit diesen Werten wird dann für jedes einzelne Grundstück ein „vorsorgebegründeter Maßnahmenwert“ erarbeitet. Er legt fest, ab wann gehandelt werden muss, damit keine Gefahr besteht.

Arsen in Richelsdorf: Sanierung bei manchen doch nicht erforderlich?

„Wenn diese individuell festgelegten Werte für das einzelne Grundstück nicht überschritten werden, ist eine Sanierung nicht erforderlich und damit kein Bodenaustausch oder andere Maßnahmen“, betont das Regierungspräsidium Kassel (RP) auf Anfrage unserer Zeitung. „Wenn die Ergebnisse der aufwändigen Analysen vorliegen, dann werden wir den Handlungsbedarf neu bewerten.“ Die Ergebnisse der Nachuntersuchungen sollen in sechs bis acht Wochen vorliegen.

Sicherheitshalber hatte das RP bisher den höchsten Wert der resorptionsverfügbaren Arsenanteile von 70 Prozent zugrunde gelegt, egal wie die betroffenen Grundstücke genutzt werden. Neue wissenschaftliche Untersuchungen an der Technischen Universität Darmstadt haben die Arbeit des Regierungspräsidiums bestätigt, weisen aber darauf hin, dass bei einem niedrigen Arsen-Gesamtgehalt im Boden auch der Wert der Resorptionsverfügbarkeit niedrig ist. Das berichtet RP-Pressesprecher Michael Conrad.

Land Hessen: Übernimmt die Untersuchungskosten zur Arsen-Belastung in Richelsdorf 

Die Kosten für die Nachuntersuchungen auf den privaten Grundstücken übernimmt das Land Hessen. Das Regierungspräsidium macht aber klar, dass für solche Detailuntersuchungen eigentlich die für die Sanierung verantwortlichen zuständig sind. Das Land sieht die Eigentümer in der Pflicht. Die wiederum sehen die Verantwortung für die gesamte Sanierung der Altlasten aus dem Bergbau der Richelsdorfer Hütte beim Land.

Das Land prüft weiter, ob es einen Rechtsnachfolger gibt. „Außerdem ist vorgesehen, praktikable Einzellösungen zu erarbeiten und, soweit möglich, soziale Härten zu vermeiden“, betont Conrad.

Richelsdorf: Die zweite Seite der Nachuntersuchungen zur Arsen-Belastung

Die Detailuntersuchungen haben auch eine zweite Seite. Dabei können Abfälle entdeckt werden, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssen. „Das gilt auch für Grundstücke, die nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht als altlastenverdächtig eingestuft wurden und Belastungen aufweisen“, heißt es beim Regierungspräsidium in Kassel.

Von René Dupont 

In Richelsdorf, einen Ortsteil von Wildeck, sind zahlreiche Böden mit Arsen belastet. Vor allem die Kosten für eine Sanierung, die zum Teil extrem hoch ausfallen würden, sorgten bei den Betroffenen für Unmut. 

Hans-Otto Schaper aus Bad Hersfeld ist fassungslos: Er soll für die Sanierung seines vom Bergbau verseuchten Grundstückes zahlen

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