Riesenschnauzer mit Ausbildung

Assistenzhund Yoshi hilft Melanie Haas aus Nentershausen beim Bewältigen ihres Alltags

Dream-Team mit Happy End: Wertvolle Bezugspersonen für den liebenswerten Riesenschnauzer waren dessen Besitzerin Melanie Haas, Ingrid Brandau (links) sowie der zertifizierte Kaufunger Verhaltenstrainer Volker Koch.
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Dream-Team mit Happy End: Wertvolle Bezugspersonen für den liebenswerten Riesenschnauzer waren dessen Besitzerin Melanie Haas, Ingrid Brandau (links) sowie der zertifizierte Kaufunger Verhaltenstrainer Volker Koch.

Sitz, Platz, Fuß – auf diese Kommandos sollte jeder Hund hören. Aber Assistenz- und Therapiehunde können viel mehr. So wie Yoshi aus Nentershausen.

Nentershausen – Der liebenswerte schwarze Riesenschnauzer von Melanie Haas hat Anfang November seine Prüfung als Assistenzhund erfolgreich bestanden. Jetzt kann er seiner Besitzerin, die im Rollstuhl sitzt und an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, noch mehr Sicherheit bei der Bewältigung ihres Alltags geben.

Denn nach der erfolgreich bestandenen Prüfung von Hund und Halterin vor dem Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) braucht Yoshi keine Leine mehr, darf in Geschäfte, ins Flugzeug und mit seinem Ausweis den Platz eines Menschen einnehmen.

Viel Arbeit liegt hinter Yoshi, Melanie Haas und den zwei Trainern und Betreuern – dem zertifizierten Hundeerzieher und Verhaltensberater Volker Koch aus Kaufungen und Ingrid Brandau aus Sontra. Tränen und schlechte Tage gab es auch schon mal während der zweieinhalbjährigen Ausbildung. Das Trio trainierte mehrmals wöchentlich zwei Stunden lang, bis zur Perfektion, Hand in Hand – oder besser: Hand in Pfote.

Yoshi kam schon als Hundebaby nach Nentershausen

Im Haas-Haus gibt es optimale Bedingungen für Yoshi: Viel Auslauf auf circa 2800 Quadratmetern, eine kleine Pferdetränke und ein Laufband, wenn das Wetter mal nicht mitspielt und der Hund Auslauf braucht. Yoshi kam schon als Hundebaby aus einer Arbeits- und Leistungszucht zu Melanie Haas. „Die Schnauzer sind in unserer DNA“, lacht die gebürtige Fränkin. Denn ihr Großvater hatte ebenfalls eine Schnauzer-Zucht. „Ich wurde mit ihnen groß“, erzählt die sympathische Frau, die seit einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmt ist.

Ihr Physiotherapeut gab ihr den Tipp, Yoshi zum Assistenzhund ausbilden zu lassen. Beim Hundefriseur in Hoheneiche hörte Melanie Haas von Ingrid Brandau, die unter anderen auch einen Blindenhund sowie Schäferhunde im Schutzdienst ausgebildet hat. Mit Verhaltenstrainer Volker Koch und der sensiblen und tapferen Melanie Haas war ein Dream-Team geboren. Sie waren wertvolle Bezugspersonen für Yoshi, die ihn bis zur Perfektion anlernten und ihn als Hund nicht aus den Augen verloren haben. Die Ansprüche an Assistenzhunde sind hoch, und auch bei seinen zukünftigen Einsätzen wird Yoshi viel abverlangt werden.

Fremde Hundekekse lässt der Riesenschnauzer links liegen

Und so war die Nervosität entsprechend groß, als Silvia Klüppelberg vom BHV aus Hohenlockstedt nach Nentershausen anreiste, um Yoshis Fähigkeiten unter die Lupe zu nehmen. Doch der liebenswerte Vierbeiner bestand alles mit Bravour: Vom ersten Nicht-Anspringen der Besucherin über Socken ausziehen und Licht anmachen, die Notfall-Medikamententasche holen – alles lief perfekt.

Selbst in der hektischen Betriebsamkeit der Stadt Bad Hersfeld war Yoshi fit beim Fahrstuhlfahren, Ampeln beachten, Masken und unterschiedliche Gesichter akzeptieren, Geschäfte betreten oder beim fünfminütigen regungslosen Liegen in der Innenstadt. Yoshi hielt sich an seine Regeln und Befehle. Er ist auf 16 Kommandos konditioniert, Sicht- sowie auch Hörzeichen. Fremde Hundekekse auf dem Bürgersteig lässt der schwarze Riesenschnauzer sowieso links liegen – ein weiterer Test, den er locker bestanden hat. „Yoshi isst nur das, was er will und wann er will“, schmunzelt Melanie Haas.

Hund Yoshi hat bisher 55 000 Euro gekostet

Menschen mit Behinderungen sollen künftig einen Rechtsanspruch auf die Begleitung durch Hunde auch dort haben, wo sie sonst nicht erlaubt sind. Das sieht das Teilhabestärkungsgesetz vor, das der Bundestag in diesem Jahr beschlossen hat. So haben Assistenzhunde künftig auch Zutritt zu allgemein zugänglichen Einrichtungen, etwa Behörden, Arztpraxen und Geschäften. Der Sozialverband VdK setzt sich dafür ein, dass die Kassen künftig auch die Kosten für Assistenzhunde übernehmen. Melanie Haas hat in ihren Riesenschnauzer Yoshi in drei Jahren über 55 000 Euro investiert.

Assistenzhund Yoshi hat jedenfalls eine Menge auf dem Kasten. Seine Besitzerin Melanie Haas im Übrigen auch: Denn sie wurde ebenfalls geprüft und hat alle 40 Fragen, unter anderem zu den Themen Medizin, Tierschutz, Recht, Erziehung und Sozialverhalten, mit null Fehlern bestanden. (Susanne Kanngieser)

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