Asylunterkünfte in Hersfeld-Rotenburg: Keine Chance für „Raubritter“

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Hersfeld-Rotenburg. Etwa 50 Angebote für Wohnungen oder Häuser, in denen Flüchtlinge untergebracht werden könnten, liegen dem Kreis Hersfeld-Rotenburg zurzeit vor.

Jedes einzelne davon wird sorgfältig geprüft, bevor der Kreis etwas anmietet, sagt Frank Hildebrand, Leiter des Fachdienstes Migration: „Häuser, die seit Jahren leerstehen und heruntergekommen sind, nehmen wir nicht. Die Flüchtlinge haben einen Anspruch darauf, menschenwürdig untergebracht zu werden.“

Die Mehrheit der Anbieter sei guten Willens, hat Alexandra Klee-Richter, die die Wohnungsangebote koordiniert, festgestellt. Es gebe aber auch „Raubritter“, die sich bereichern wollten, die heruntergekommene Häuser zu überzogenen Preisen anböten. Sie forderten Tagespauschalen und seien nicht mit der ortsüblichen Miete einverstanden, die der Kreis zahlt.

Es habe sogar ein Angebot eines Investors aus Dubai gegeben, der ein großes Gebäude in Bad Hersfeld kaufen und dort 400 Asylbewerber unterbringen wollte. Ein anderer Investor habe Wohnblocks im Helfersgrund kaufen, die Mieter auf die Straße setzen und dann mit Flüchtlingen Geld verdienen wollen. „Auf derartige Angebote lässt sich der Fachdienst grundsätzlich nicht ein“, betont Hildebrand

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen geht der Landkreis einen eigenen Weg. In Hessen seien Gemeinschaftsunterkünfte die Regel, erläutert Hildebrand. In Hersfeld-Rotenburg werde aber schon seit Jahren auf eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern gesetzt. „Da verhalten wir uns nicht ganz rechtskonform“, sagt Hildebrand.

Die Erfahrung gibt ihm recht. Denn die Integration der Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und anderen Kriegs- und Krisengebieten der Welt gelingt deutlich besser, wenn sie nicht in großen Heimen, sondern in Wohnungen mitten unter den Einheimischen leben.

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