Auf der Jagd nach Bestzeiten

Rallye Hessisches Bergland sorgt am Samstag für Sperrungen bei Rotenburg, Bebra und Cornberg

Derart fix wie hier das Siegerteam der Rallye Hessisches Bergland 2019 sind die Fahrzeuge nur auf den eigentlichen Rennstrecken unterwegs. Sobald es in den normalen Straßenverkehr geht, gilt auch für die vor Kraft strotzenden Maschinen die jeweilige Geschwindigkeitsbegrenzung.
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Derart fix wie hier das Siegerteam der Rallye Hessisches Bergland 2019 sind die Fahrzeuge nur auf den eigentlichen Rennstrecken unterwegs. Sobald es in den normalen Straßenverkehr geht, gilt auch für die vor Kraft strotzenden Maschinen die jeweilige Geschwindigkeitsbegrenzung.

Am kommenden Samstag, 13. November, gehen die rund 130 Starter bei der Rallye Hessisches Bergland im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf die Jagd nach den besten Zeiten.

Hersfeld-Rotenburg – Das wird sich auch im normalen Straßenverkehr bemerkbar machen. So werden die Strecken zwischen Erkshausen und Rockensüß sowie zwischen Solz und Iba von 12.30 Uhr bis voraussichtlich 20 Uhr für alles, was nicht Rallyefahrzeug ist, gesperrt.

Zudem werden Autofahrer auch jenseits der abgesperrten Strecken auf die hochgezüchteten Rennboliden treffen, wenn die Teams von einer Wertungsprüfung zur nächsten Fahren – dann allerdings in angepasster Geschwindigkeit. Beide Strecken im Kreis werden von den Startern jeweils zweimal gefahren, um die für die Wertung nötige Gesamtkilometerzahl zu erreichen. Die Rallye-Teams starten daher mit der Prüfung Schwarzer Stock, fahren weiter nach Solz und die dortige Strecke, um sich dann zu einem sogenannten „Regrouping“ auf dem Parkplatz der ehemaligen Diskothek Hippodrome in Bebra zu treffen, bevor es zurück nach Erkshausen geht.

Rund 70 Starter fahren die Strecken auf Bestzeit, darunter auch das Feld des DMSB-Rallye-Cup, der „Zweiten Bundesliga“ des deutschen Rallyesports, wie es von den Veranstaltern heißt. Die Teilnehmer haben im Laufe des Jahres ihre Punkte getrennt nach Süd- und Nord-Division gesammelt und fahren im Hessischen Bergland ihren Pokalsieger aus. Etwa 60 Starter gehören zum Feld der historischen Rallyefahrzeuge. Sie bewältigen die Strecke nicht mit maximaler Geschwindigkeit, sondern möglichst nah an einer vorgegebenen Zeit. Vertreten sind zahlreiche für die Rallye hochgerüstete Modelle, von Fiat Panda über Trabant und Ford Capri, Opel Manta und Porsche 911 bis Lancia Beta Monte Carlo.

Die Strecke von Erkshausen über den Schwarzen Stock nach Rockensüß hat eine Länge von 6,4 Kilometern. Erster Start ist um 13.04 Uhr, der Rallye-Auftakt in Hersfeld-Rotenburg muss eine angesetzte Drückjagd abwarten. Die Sollzeit für die Prüfung Schwarzer Stock liegt bei sieben Minuten und 50 Sekunden. Orientiert wird sich bei der Vorgabe an einer Schnittgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. In der Realität sind die Fahrer allerdings meist deutlich schneller unterwegs und warten kurz vor dem Ziel. „Die sind so fit, dass sie die letzten 100 Meter aufs Hundertstel genau schaffen“, sagt Rallye-Sprecher Manfred Eifert aus Alheim. Bei den Bestzeiten rechnet Rallye-Leiter Helmut Eberhardt mit etwa vier Minuten – die Rallye-Fahrzeuge schießen also mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern über die kurvenreiche Kreisstraße.

Der Streckenverlauf.

Die Wertungsprüfung Solz-Iba, die über die Hohe Buche führt, hat eine Länge von vier Kilometern. Erste Fahrer gehen dort um 13.27 Uhr an den Start. Erwartet werden Bestzeiten von etwa zweieinhalb Minuten, die Sollzeit beträgt vier Minuten und 50 Sekunden. Bis zu 500 Zuschauer können an die Spitzkehre der Landstraße zwischen den beiden Bebraer Ortsteilen kommen (siehe Grafik), eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Versuchung, sich die Rallye aus der Vogelperspektive anzuschauen, sollte man widerstehen: Der Einsatz von Drohnen ist strengstens untersagt, weil sie bei einem Absturz ein Sicherheitsrisiko für die Fahrer darstellen. „Da setzen wir auch bei Privatpersonen notfalls den vollen Schadensersatz durch“, so Eifert. Medienvertretern droht bei Verstoß eine Strafe von bis zu 50 000 Euro.

Ein Programmheft für die Rallye Hessisches Bergland gibt es an der Total-Tankstelle in Rotenburg-Lispenhausen. (Clemens Herwig)

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