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Auf Zeitreise ins Mittelalter auf Burg Herzberg

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Burgbelebung mit internationalen Beziehungen: Die Bogenwacht erhielt diesmal Besuch durch eine Händlerkarawane aus dem fernen San Marino. Weitere Bilder im Internet unter www.hersfelder-zeitung.de
Burgbelebung mit internationalen Beziehungen: Die Bogenwacht erhielt diesmal Besuch durch eine Händlerkarawane aus dem fernen San Marino. © Philipp Ling

Ritter, Burgfräuleins und viele Knappen bevölkerten am Wochenende Burg Herzberg. Die Mittelaltergruppe „Bogenwacht Duke of Lancaster“ hatte zur Burgbelebung eingeladen.

Breitenbach/Herzberg – Am vergangenen Wochenende erwachte die Burg Herzberg wieder zum Leben. Zweimal im Jahr – jeweils zu Ostern und Anfang Herbst – lädt die Mittelaltergruppe „Bogenwacht Duke of Lancaster“ zur Burgbelebung ein.

Zahlreiche Darstellergruppen und Händler bevölkerten diesmal hauptsächlich das Gelände um die Burg, da der Innenbereich derzeit wegen Sanierungsarbeiten nur eingeschränkt zugänglich ist.

Die Bogenwacht selbst hat sich der Darstellung der englischen Langbogenschützen des frühen 15. Jahrhunderts verschrieben, also der Zeit des 100-jährigen Krieges und den Anfängen der „Rosenkriege“ zwischen den Häusern Lancaster und York. Die rund 40 Darsteller kommen sowohl aus Deutschland als auch aus England, weitere Gäste kamen aus den Niederlanden und aus San Marino.

Dazu gesellten sich Markthändler und weitere Kostümgruppen aus ganz Deutschland – denn die Burg Herzberg ist bei Mittelalter-Fans überregional bekannt wegen ihres besonderen Charmes. „Wir befinden uns hier immerhin auf einem erloschenen Vulkan“, erläutert Organisatorin Maggie Tilp.

Neben den reinen Mittelalter-Darstellern waren auch Gruppen aus anderen Epochen vertreten: von den Wikingern des „Dunklen Zeitalters“ bis hin zu Landsknechten und Kanonieren aus der Frührenaissance.

Großen Wert legen die Darsteller dabei stets auf Authentizität, was die Details der Kleidung, Rüstungen und Waffen angeht. Viele der Ausrüstungsgegenstände sind nach alten Vorbildern selbst angefertigt.

Dabei steht aber weniger Geschichtskunde im Vordergrund, als vielmehr das Alltagsleben in früheren Zeiten erlebbar zu machen.

So konnte man den Teilnehmern beim Lagerleben über die Schulter schauen. Dazu gehört, das Essen auf offenem Feuer zuzubereiten ebenso wie die Freizeitgestaltung, zum Beispiel spontanes Singen und Musizieren. An den Marktständen wiederum konnte man den Handwerkern bei der Arbeit zusehen und in der Burgküche wurden Speisen aus dem Mittelalter zubereitet.

Einziger Wermutstropfen war das Wetter, denn bei wolkenverhangenem Himmel und Nieselregen lockte es deutlich weniger Besucher als sonst auf den Burgberg. Die Veranstalter planen daher, die Herbstbelebung in Zukunft auf einen früheren Termin im September zu verlegen. (Philipp Ling)

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