1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Düngemittelkonzern K+S investiert eine Million Euro, um Haldenwässer aufzufangen

Erstellt:

Von: Thomas Klemm

Kommentare

Im Auftrag des Unternehmens K+S bauen Mitarbeiter der Firma Giebel in Unterbreizbach derzeit ein Drainagesystem, welches salzbelastete Haldenabwässer auffangen soll.
Im Auftrag des Unternehmens K+S bauen Mitarbeiter der Firma Giebel in Unterbreizbach derzeit ein Drainagesystem, welches salzbelastete Haldenabwässer auffangen soll. © Thomas Klemm

Salzbelastete Wässer von der Kali-Halde, die aus dem Berghang in der Nähe des Glaamer Grunds drücken, sollen künftig über ein Drainagesystems gefasst und abtransportiert werden.

Glaam/Unterbreizbach - Die dafür nötigen Bauarbeiten am Ortsrand Unterbreizbach (Thüringen) Richtung Hohenroda-Glaam laufen seit Ende Oktober und noch bis Jahresende. Die großen Kanäle und Rohre des Drainagesystems werden am Fuße des Berghangs in die Erde eingelassen. Auf einem gegenüberliegenden, mittlerweile von K+S erworbenen Grundstück wird ein Container installiert, in dem später die Wässer zwischengelagert werden. Mit den Bauarbeiten beauftragt ist die Firma Giebel Bau aus Eiterfeld. „Die Drainage besteht aus einem im Boden verlegten Teilsickerrohr, das in einen Drainagekörper aus Kies eingebettet ist. Die gesamte Drainage wird in ein Filtervlies eingeschlagen, um ein Zusetzen der Drainage zu verhindern und deren langfristige Wirksamkeit zu gewährleisten. Somit können die aus dem Boden zutretenden Grundwässer gefasst und zum Tiefpunkt des Rohrleitungssystems geleitet werden.“ Darüber informierte der K+S-Pressesprecher Marcus Janz auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Frühjahr hatte der Düngemittelkonzern an dieser Stelle eine große Rodungsaktion veranlasst. Zwei Dutzend große Bäume mussten an dieser Stelle weichen. „Im Bereich der Quelle 12 treten salzhaltige Wässer zutage. Diese sollen gefasst und entsorgt werden, bevor sie an die Oberfläche gelangen, um ihre weitere Ausbreitung zu verhindern. Dazu wird an einem Steilhang am westlichen Ortsausgang von Unterbreizbach eine sogenannte Liniendrainage in den Untergrund eingebaut“, hatte Janz im April 2022 informiert. „Es ist davon auszugehen, dass die Salzkonzentration der Wässer in Zusammenhang mit der Halde Hattorf im Norden der Quelle steht. Aktuell wird im Mittel ein täglicher Quellausstritt von rund zwölf Kubikmetern gemessen. Die tatsächlich zu fassenden Mengen werden wir erst ermitteln können, wenn die Drainage in Betrieb geht“, so Janz weiter. Schätzungen seien aufgrund der spezifischen Eigenschaften des als Kluftgrundwasserleiters bezeichneten Buntsandsteins ungenau.

„Die gefassten Wässer sollen nach Fertigstellung der Drainage auf dem angrenzenden Grundstück der früheren Forellenzucht vor Ort so behandelt werden, damit sie in den Breizbach eingeleitet werden können. Entsprechende Genehmigungsanträge werden zurzeit vorbereitet“, erklärte Janz. Damit würde der zunächst angedachte Abtransport der Wässer per Lastwagen entfallen. „Offiziell ist die Gemeindeverwaltung erst in dieser Woche bei einem Bauleitplanungsgespräch über diesen Aspekt informiert worden“, erklärte der Unterbreizbacher Bürgermeister Roland Ernst. Eigentlich steht so etwas im Betriebsplan“, wunderte er sich über das Ansinnen. „In der kommenden Woche ist ein weiteres Treffen anberaumt, bei dem der Sonderbetriebsplan vorgestellt werden soll. Dann wird sicher auch zur Sprache kommen, wie die Wässer geklärt werden sollen und was mit dem entstehenden festen Abfall wird.“ Zur Information: Der Breizbach fließt in die Ulster und diese bei Philippsthal in die Werra.

Der Düngemittelkonzern aus Kassel rechnet mit Investitionskosten von rund einer Million Euro für die Baumaßnahme am Ortsrand der Thüringer Kaligemeinde. „Die genauen Kosten“, so Janz, „sind aufgrund der aktuell eingeschränkten Verfügbarkeit und wechselhaften Preisen von Baumaterialien nur schwer abschätzbar“.

Von Thomas Klemm

Auch interessant

Kommentare