Auftakt im Lichterglanz: Festwochenende in Asmushausen hat begonnen

Im Fest-Biergarten in der neuen Ortsmitte: Hartmann Walther, der Ehrenvorsitzende des SC Asmushausen, (von links) mit Karl-Heinz Walper, Heidemarie Stief, Peter Knobl, Ruth Stöcker-Knobl und Marianne Walther. Fotos: Apel

Asmushausen. Jetzt geht es richtig los. Das Superfestwochenende „750 Jahre Asmushausen" hat begonnen.

Ganz in der Nähe der Chipskasse wird die frisch gedruckte Festschrift verkauft - und gelesen, denn fast alle sind neugierig darauf, wie es früher war. Viele haben auch vieles miterlebt, wie etwa Karl Blackert (75). Der „Eingeborene“ hat vor einem Monat goldene Hochzeit gefeiert, und er erinnert sich noch genau daran, wie er bei der 700-Jahrfeier im von Hans Neumann geschriebenen Festspiel „Lass uns Hütten bauen“ mitgewirkt und beim Festzug den Graf Henko, des Frankenkönigs Vogt zu Biberaha, dargestellt hat. „Die Dorferneuerung und die Vorbereitung des Jubiläumsfests haben die Vereine und das ganze Dorf beflügelt“, sagt er und hofft, dass nicht nur sein Sohn, sondern eines Tages auch sein Enkel in Asmushausen wohnen wird.

In einer anderen Ecke des Jubiläumsbiergartens sitzen die Gründungsmitglieder des SC Asmushausen, Hartmann Walther (78) und Karl-Heinz Walper (77): „Das ist doch Ehrensache, dass wir heute und beim Ehemaligen-Treffen am Samstag dabei sind.“ Ähnlich ist es bei Ortwin Apel (56). Sein Apel-Stammbaum lässt sich über drei Jahrhunderte zurückverfolgen. Er schwärmt - wie auch Friedhelm Menger (67), der Organisator des Abends - vom Gemeinschaftsgeist, der in den zurückliegenden Wochen gewachsen ist. Axel Querengässer (70), der Sohn eines früheren Asmushäuser Lehrers, ist mit seiner Frau Liliane (65) und Volker Voit (70) aus der Nähe von Stuttgart angereist.

Ihre Familien hatte es nach dem Krieg ins Dorf an Holzbach und Bebra verschlagen. Gerne erinnern sich die Männer an ihre „tolle, freie Kindheit“ auf dem Lande, und sie freuen sich, dass noch so vieles intakt ist. Liliane Querengässer hat fast alles fotografiert.

Dann fängt auf dem Fachwerkhof von Peter Oder der 20-köpfige Projektchor an zu singen. Er ist eigens für das Fest gegründet worden, und Kirchenkreiskantor Christian Zierenberg dirigiert ihn umsichtig. Seine Liedvorträge reichen von „Tourdion“, einem alten französischen Chanson, über „Am Brunnen vor dem Tore“ bis hin zu „Wochenend und Sonnenschein“ - unterbrochen vom virtuosen Gitarrenspiel von Marcus Rahn und passender Poetik von Ilka Bautz und Ulrike Bottner.

Optischer Höhepunkt des Abends sind die im Schein von Hunderten Teelichtern von den Hönebacher Feuerwehrleuten kredenzten Wasserspiele zur „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel und zu „Lass es Liebe sein“ von Peter Hoffmann. Es ist die Liebe zum kleinen Dorf, die alle eint.

Von überall her kamen Asmushäuser und Gäste aus nah und fern in die Ortsmitte, um das erste Lichterfest zu feiern. Die Umgestaltung des Zentrums ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber Ortsvorsteher Richard Berge sprach am Donnerstagabend mit Stolz davon, dass man im neuen Park so ein bisschen wie die Rotenburger beim Strandfest im Schlosspark feiern wolle: „Das mit dem Bootskorso kriegen wir leider noch nicht hin, aber was nicht ist, kann ja noch werden!“

Von Wilfried Apel

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