Hersfeld-Rotenburg

Mehr als 7000 Lego-Steine: Airbus-Modell von Mann aus Osthessen steht am Flughafen Frankfurt

Die Legosteine im Wohnzimmer sind zwar größtenteils aus Nils Hartwigs Kindheit, heute spielt aber überwiegend sein Sohn mit ihnen.
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Die Legosteine im Wohnzimmer sind zwar größtenteils aus Nils Hartwigs Kindheit, heute spielt aber überwiegend sein Sohn mit ihnen.

Nils Hartwig aus Osthessen baut den Airbus A380 der Lufthansa nach - und zwar aus Lego. Sein Modell steht jetzt am Flughafen Frankfurt.

Wippershain – Wie hängen ein über ein Meter langes wie breites Modellflugzeug aus Legosteinen und ein Ibiza-Urlaub zusammen? Dieser Urlaub vor rund 20 Jahren war für Nils Hartwig aus Wippershain der Auslöser seiner Begeisterung für alles, was mit Flugzeugen zu tun hat. Und ebendiese Begeisterung motivierte Hartwig vor einigen Jahren dazu, den damals neuen Airbus A380 der Lufthansa nachzubauen – und zwar aus 7126 kleinen Legosteinen.

Über die Entscheidung, dass es genau dieses Flugzeug sein sollte, kann der 43-Jährige allein schon eine ganze Abenteuergeschichte erzählen, ohne dass überhaupt ein Legostein auf den anderen gesetzt wurde. Denn der Flugzeugfan nahm am Gewinnspiel eines privaten Radiosenders teil, bei dem er als Gewinner bei der Taufe des neuen A380 am Frankfurter Flughafen dabei sein durfte. „Als ich unter dem Flugzeug stand, fasziniert von der Größe der Maschine, dachte ich mir: Dieses Ding will ich nachbauen“, berichtet er.

Modell am Flughafen Frankfurt: Originale Schriftzüge der Lufthansa zieren Lego-Airbus

Für die Umsetzung dieses Projekts beschaffte sich der Wippershainer bei der Lufthansa Pläne der Maschine, die bis heute das größte Passagierflugzeug in der Luftfahrtgeschichte ist. Anhand dieser Pläne sowie eines Miniatur-Modells übersetzte er die Daten in einem Maßstab von 1:66. Für den Bau des Modells verwendete Hartwig kein Computerprogramm, „mir war es wichtig, alles selbst zu machen und zu bauen“, sagt er.

Im nächsten Schritt zeichnete Hartwig die Grundfläche des Flugzeugmodells auf eine Holzplatte. Und dann baute er los, von vorne nach hinten, von unten nach oben, immer parallel auf beiden Seiten des Fliegers setzte er die kleinen Legosteine übereinander. Angefangen hat er mit Hunderten Standardsteinen, immer wieder musste er aber auch Spezialsteine nachbestellen. Rund 400 Bestellungen, teilweise nur einzelne Steinchen, sind nach und nach bei ihm eingetrudelt. Für die originalen Schriftzüge der Lufthansa wurden spezielle Aufkleber in Druck gegeben.

Mann meldet sich bei Fraport: Lego-Flugzeug wird am Frankfurter Flughafen ausgestellt

Über ein Jahr hat sich der Bauprozess hingezogen, etwa 1000 Euro hat das Modell in Summe gekostet. „Als klar wurde, daraus wird was, habe ich mich bei der Fraport gemeldet“, berichtet Hartwig. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der 43-Jährige nicht das Ziel, sein Flugzeug, das erst zur Hälfte fertig war, irgendwo ausstellen zu lassen.

Fest stand nur, dass sich weder in seinem Haus, noch irgendwo in Wippershain oder Bad Hersfeld ein geeigneter Ort für das große Modellflugzeug finden würde. Doch Lufthansa und Fraport zeigten Interesse, ließen eine Spezial-Vitrine bauen und organisierten schließlich eine feierliche Einweihung mit viel Medienrummel im Jahr 2010.

Einweihung des Lego-Airbus am Frankfurter Flughafen: Jutta Weimar, damalige Leiterin des Kundenservice bei Fraport und Nils Hartwig enthüllen die Vitrine.

Seit sein Lego-Flugzeug am Frankfurter Flughafen ausgestellt ist, war Hartwig etwa 30 Mal vor Ort. Zum einen, um nach dem Rechten zu sehen und schließlich auch aus Begeisterung für den Flughafen, die Menschen und den Trubel dort. „Bei meinen Besuchen ist es besonders schön, zu sehen, wenn sich Kinder an der Vitrine die Nase platt drücken“, freut sich Hartwig. Und stolz ist er berechtigterweise auch auf sein Modell, dass sich sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen großer Beliebtheit erfreut. Mit seinem fünfjährigen Sohn Joris war er kürzlich das erste Mal in Frankfurt. Er kannte das Modell bisher nur von Videos und war nun besonders stolz, Papas Lego-Flugzeug in der schicken Vitrine zu sehen, erzählt der Vater erfreut.

Lego-Airbus am Flughafen Frankfurt – Mann aus Osthessen plant Bau eines neuen Flugzeugs

Kostenlosen Service an Bord einer Lufthansa-Maschine, Fluggutscheine oder Ähnliches hat der Wippershainer nicht bekommen. Hin und wieder wird Hartwig aber zu einer Flughafen-Tour eingeladen, bei der sein Modell fester Bestandteil ist – aktuell steht die Vitrine im Terminal eins.

Da inzwischen aber schon zu den Oldtimern unter den Passagierflugzeugen gehört, hat Hartwig nun den Bau eines neuen Modells, eines neueren, moderneren Flugzeugs geplant. Allerdings gebe es noch Ungereimtheiten mit der betreffenden Airline und der Fraport, ohne deren Unterstützung ein solches Projekt nicht umsetzbar sei. (Laura Hellwig)

Eine Frau aus Melsungen lebt ihren Traum: Sie macht bei der TV-Show Lego-Masters mit.

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