Clevere Corona-Idee in Kirchheim

Aus der Pizzeria direkt in den Supermarkt

Das Foto zeigt Maria Allari in ihrer Küche im Kirchheimer Dorfstadl beim Pizza backen.
+
Aus der Pizzeria direkt in den Supermarkt: Nur frische und beste Zutaten verwendet Maria Allari, wenn sie in ihrer kleinen aber funktionalen Küche im Kirchheimer Dorfstadl Pizza zubereitet.

Maria Allari von der Kircherheimer Pizzeria im Dorfstadl verkauft in Zeiten des Lockdowns ihre Pizza schockgefrostet im örtlichen Rewe-Supermarkt. Die Kunden sind begeistert.

Kirchheim/Oberaula – Die Pizzen, die Maria Allari mit ihren Helferinnen in der engen Küche des Dorfstadl zubereitet unterscheiden sich in Herstellung, Qualität und Größe durch nichts von denen, die sie seit Jahren mit großem Erfolg in den Gasträumen oder auf der großen Sonnenterrasse ihrer Pizzeria in Kirchheim kredenzt. Einziger Unterschied: Statt vom Ofen direkt zum Gast zu gelangen, verschwinden die Pizzen jetzt in einem Schockfroster.

Innerhalb einiger Minuten kühlt der die Speisen von plus 80 Grad auf minus 18 Grad ab. Fast 20 Pizzen schafft das neu angeschaffte, rund 3000 Euro teure Gerät in einem Durchgang – und das ist auch notwendig. Seit Maria ihre Pizzen im fast in Sichtweite entfernten Rewe-Markt von Bernd Messerschmidt verkauft, kommt sie nämlich aus der Küche kaum mehr raus.

„Die Idee hatte ich schon im November“, berichtet Maria, aber es bedurfte einer Menge Planungen und Vorbereitungen. Dann kam der alles entscheidende Anruf. Mit klopfendem Herzen habe sie den Marktleiter angerufen und ihm ihr Angebot unterbreitet. „Der hat ohne zu Zögern sofort zugesagt“, strahlt Maria und führt dabei auch jetzt noch einen kleinen Freudentanz auf.

Rechtliche Fragen mussten geklärt werden und nachdem auch das Gesundheitsamt nach eingehender Überprüfung das Vorhaben wohlwollend unterstützte, stand dem Verkauf von „Maria’s Pizza“ im Supermarkt um die Ecke nichts mehr im Wege, zumal dort auch Marktleiter Christoph Materne zwischenzeitlich alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen hatte.

„Das war Anfang Februar“, erzählt Maria Allari, „und in den ersten Tagen mussten wir die Truhe dreimal täglich neu bestücken.“ Der erste Run habe zwar nachgelassen, aber auch aktuell müsse sie mindestens einmal pro Tag auffüllen. „Wir hatten und haben jede Menge positives Feedback“, berichten die quirlige Pizzabäckerin und der Supermarktbesitzer einhellig. Besonders, dass die Tiefkühlpizza, die in acht verschiedenen Variationen angeboten wird, nach etwa zehn Minuten im heimischen Herd genauso gut schmecke wie in der Gaststätte vor Ort, werde häufig gezielt gelobt.

„Diese Verkäufe helfen uns sehr, den Lockdown zu überstehen.“ Aktuell sei man mit dem Absatz sehr zufrieden. „Natürlich fehlen uns nach wie vor die nicht unerheblichen Einnahmen aus dem Getränkeverkauf, aber wir sind guter Dinge, die Pandemie so gut meistern zu können“, fasst Allari den bisherigen Erfolg zusammen. Auch Bernd Messerschmidt, der sich noch weitere lokale Anbieter in seinem Markt vorstellen kann, glaubt, dass die Kunden „Maria’s Pizza“ nicht nur der Qualität wegen, sondern ganz bewusst auch kaufen, um den kleinen Betrieb damit am Leben zu erhalten und nach einem Ende des Lockdowns irgendwann wieder auf der Terrasse gemütlich essen gehen zu können.

„Seit ich nur noch Pizza backe habe ich drei Kilo abgenommen“, sagt die ohnehin schon zierliche Maria. Trotzdem soll in den nächsten Tagen der Verkauf ihrer Pizzen auf den Rewe-Markt in Oberaula ausgedehnt werden. Der dortige Chef, Andreas Kijaczek, hat dem Vorhaben bereits zugestimmt und steht in den Startlöchern. Zurzeit fehlt nur noch ein geeignetes Transportmittel mit dem die Kühlkette unterwegs sicher aufrecht erhalten werden kann. Aber auch da sind verschiedenen Lösungen in Sicht. (Bernd Löwenberger)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.