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Sandra Blume hat ein Buch über die Werra veröffentlicht

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Entdeckungen am Ufer: Das Himalaya-Springkraut beschreibt Sandra Blume in ihrem Buch über die Werra ebenso wie das historische Wasser-Kraftwerk in Philippsthal (im Hintergrund).
Entdeckungen am Ufer: Das Himalaya-Springkraut beschreibt Sandra Blume in ihrem Buch über die Werra ebenso wie das historische Wasser-Kraftwerk in Philippsthal (im Hintergrund). © Jan-Christoph Eisenberg

Ein besonderes Buch über die Werra und ihre Geschichten rund um den Fluss hat Sandra Blume geschrieben.

Philippsthal/Heringen – Als Sandra Blume für ihr Buch entlang und auf der Werra unterwegs war, hat sie einen Großteil der Städte und Dörfer an den Ufern bewusst rechts und links liegenlassen.

Einen klassischen Reise- oder Wanderführer von der Quelle bis zur Mündung wollte die Autorin ohnehin nicht verfassen. Für sie stand vielmehr der Fluss selbst im Mittelpunkt. Überwiegend zu Fuß, aber auch mit dem Boot hat die 46-Jährige 120 der insgesamt 300 Flusskilometer erkundet, war dabei auch abseits der Wege so nah wie möglich an den Ufern unterwegs und hat ihre Eindrücke und Erlebnisse in Worten, Fotos und Pastellzeichnungen festgehalten. Das Ergebnis ist im Herbst unter dem Titel „An der Biegung des Flusses – Ein Buch über die Werra“ im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Entstanden sei die Idee für den Band im Corona-Winter 2021, „als die Wege um meinen Heimatort immer tiefer ausgetreten waren“, erinnert sich die Autorin, die bei Marksuhl aufgewachsen ist. Ein Fluss-Roman habe sie dazu inspiriert, die Werra, die sie quasi ihr ganzes Leben zu kennen schien und täglich auf dem Weg zur Arbeit als Pressesprecherin des Wartburgkreises überquerte, neu zu entdecken.

Der Fluss und die Jahreszeiten: Die Werra hat ihre anspruchsvollen Ecken

Aus durchaus praktischen Erwägungen hat Sandra Blume sich dabei auf den Mittellauf beschränkt. Denn um den Fluss im Laufe der Jahreszeiten zu erleben, war sie nicht an einem Stück, sondern meist nach Feierabend in Etappen unterwegs, deren Ausgangspunkte ohne weite Anfahrt erreichbar sein mussten. Das Buch beginnt deshalb am Naturschutzgebiet Forstloch bei Immelborn, wo die Werra erstmals den Wartburgkreis erreicht, und endet hinter dem Heldrastein bei Großburschla, wo sie dessen Grenzen endgültig hinter sich lässt.

Die hessischen Abschnitte auf dieser Strecke hat Sandra Blume dabei nicht ausgespart. Besonders anspruchsvoll sei für sie das Kapitel über das Kalirevier zwischen Philippsthal und Widderhsausen gewesen, räumt die Autorin rückblickend ein – nicht zuletzt wegen der starken Kontraste dieser Gegend, die sie vorher kaum gekannt habe. Dabei habe sie allen Aspekten gerecht werden wollen: Der Bedeutung des Kali-Bergbaus und seiner Produkte ebenso wie den Auswirkungen auf Natur und Umwelt, betont die Schriftstellerin, die auch im Heringer Kalimuseum recherchiert und die Abraumhalde Monte Kali erklommen hat. Überrascht habe sie, wie viel Wildnis sich der Fluss selbst vor dieser Industrie-Kulisse in seinen teils schmalen Uferstreifen bewahrt hat.

Ihre Beobachtungen, Empfindungen und Erlebnisse schildert die Autorin in bildreicher Sprache aus der Ich-Perspektive, streut Informationen zu Geschichte, Bauwerken, Natur und Landschaft bewusst beiläufig ein, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Jeden Wegabschnitt hat sie mit einem anderen Thema überschrieben, widmet sich etwa dem weißen Gold, Burgen und Schlössern, Brücken und Grenzen, Nixen und Hexen oder der Eisenbahn.

Ein Buch über die Werra: „An der Biegung des Flusses“ ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen.
Ein Buch über die Werra: „An der Biegung des Flusses“ ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen. © Privat

Liebeserklärung an die Werra: Daraus macht Sandra Blume keinen Hehl

Diese Erzählweise macht es schwierig, „An der Biegung des Flusses“ einem bestimmten Genre zuzuordnen. „Es ist ein lyrisches Sachbuch, könnte aber genauso gut auch unter Belletristik laufen“, erklärt die Autorin, die ihr Werk selbst „Flussbiografie“ nennt, lachend.

Dass es zugleich eine Liebeserklärung an die Werra darstellt – daraus macht Sandra Blume keinen Hehl. Eben jener liebevolle Blickwinkel auf den Fluss ist es auch, der das Werra-Buch auszeichnet und besonders macht.

Das Buch: Sandra Blume: An der Biegung des Flusses – Ein Buch über die Werra, 160 Seiten, erschienen im Mitteldeutschen Verlag Halle, ISBN: 978-3-96311-668-1, Preis: 25 Euro. (Jan-Christoph Eisenberg)

Zur Person

Sandra Blume wurde 1976 in Eisenach geboren und hat Geschichte, Kulturwissenschaften und Journalistik studiert. Sie arbeitet seit 2005 als freie Texterin, PR-Beraterin und Theaterdramaturgin und ist seit 2013 Pressesprecherin des Wartburgkreises. Sandra Blume hat mehrere lyrische Texte, Fotos und Bücher ausgestellt und veröffentlicht, darunter „Das Gedächtnis der Dörfer und Städte – Museen und Sammlungen im Wartburgkreis“ und der Gedichtband „Lichtfänger“. Die Autorin lebt in der Nähe von Eisenach. (jce)

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