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Ausbildungsplätze: Jede zweite Stelle in Hersfeld-Rotenburg noch unbesetzt

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Von: Kim Hornickel

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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden Auszubildende händeringend gesucht - vor allem im Bäckereihandwerk.
Im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden Auszubildende händeringend gesucht - vor allem im Bäckereihandwerk. © Bernd Weißbrod/dpa-Bildfunk

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist die Hälfte der Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Insgesamt stehen 903 Ausbildungsstellen zur Verfügung, das sind 42 Stellen weniger als im Vorjahr.

Hersfeld-Rotenburg - Obwohl die Schüler der Haupt- und Realschulen und Gymnasien ihren Abschluss bereits in der Tasche haben, sind manche bei der Berufswahl noch zögerlich. „Wir beobachten, dass sich die Schülerinnen und Schüler relativ spät mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen“, sagt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld. Arbeitgeber stellten deshalb noch bis in den Herbst Auszubildende ein.

Dabei will das Handwerk auch Abiturienten ansprechen und für die duale Ausbildung gewinnen. Hubert Lorenz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, erklärt im Gespräch mit unser Zeitung: „Wir brauchen Abiturienten in vielen Bereichen, darunter in der Anlagentechnik und in der Programmiertechnik.“ Die duale Ausbildung sei eine „attraktive Alternative“ zum Studium. „Damit ist später eine ähnliche Position wie nach einem Studium möglich“, sagt Lorenz.

Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld.
Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld. © Arbeitsagentur

Doch das duale Bildungssystem kämpfe noch mit Vorurteilen. „Dass das Image der dualen Ausbildung im Vergleich zum Studium – gerade in Gymnasien – immer noch etwas hinten ansteht, überrascht mich“, sagt Thomas Fölsch, Bereichsleiter für Aus- und Weiterbildung der IHK Kassel-Marburg. Gleichzeitig holten die Handwerksberufe jedoch auf und würden seit der Pandemie an Beliebtheit zulegen, sagt Hubert Lorenz. Die Schulabgänger wollten nun nicht mehr nur am Schreibtisch arbeiten.

Trotz positiver Prognose: Azubi-Bedarf besteht in nahezu allen Bereichen, sagt Arbeitsagentur-Chef Dombrowski. Besonders im Einzelhandel und in Hotels und Gaststätten fehle der Nachwuchs. Auch die Baubranche und Schreinereien würden Nachwuchs suchen. Im Bäckerhandwerk herrscht gar Azubi-Not. Nur einen einzigen Vertragsabschluss verzeichnete die Handwerkskammer in Bad Hersfeld bisher. Foto: Arbeitsagentur/nh

Von Kim Hornickel

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