Die Zukunftschancen für Zimmerleute stehen gut

Ein sehr interessanter Beruf

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Wer’s trifft, ist Meister: Auch wenn es Kettenstemmer gibt: Als Zimmerer muss Peter Köpke wissen, wie ein Zapfenloch gestemmt wird. Sebastian Fend und Claus Fend (rechts), der auch stellvertretender Obermeister der Zimmerer-Innung Hersfeld-Rotenburg ist, weisen ihn ein.

Schon rein optisch sind Zimmerer mit ihrer Zimmermannskluft etwas Besonderes. Und wenn man von der „Walz“ spricht, auf die junge Handwerker nach bestandener Gesellenprüfung gehen können, dann denkt man zuerst an sie.

Von Wilfried Apel

Trotzdem tut sich Peter Köpke, gelernter Bankkaufmann, in der Welt herumgekommen und seit Anfang August bei der Ronshäuser Firma Konrad Fend aus Überzeugung Auszubildender für das Zimmererhandwerk, mit seiner Berufsbekleidung ein bisschen schwer: „Mit der Schlaghose werde ich mich nie anfreunden können!“ – „Irgendwann wirst du aber auch noch merken, wie nützlich die ist!“, entgegnet ihm Firmenchef Claus Fend, der mit seinem, in absehbarer Zeit das Firmenerbe antretenden Sohn Sebastian, für die Ausbildung des beim TV Hersfeld Handball spielenden Köpke zuständig ist.

„Schon immer ist mit Holz gebaut worden, und auch in Zukunft wird es trotz aller Technisierung nicht anders sein“, unterstreichen die beiden Fends. „Man muss Holz nur richtig einsetzen, sich auf vielerorts verloren gegangenes Knowhow besinnen, dann gelingt’s.“ Wie zum Beispiel bei dem ganz aus Lärchenholz gebauten Spielturm, den Sebastian seinem Sohn Raphael zum Geburtstag geschenkt hat. Kunstvoll, zugleich aber auch sinnvoll, vereinigt er in sich einen Kletterturm, eine Schaukel und einen überdachten Sandkasten für Sohn Niko. Natürlich fallen Konstruktion und Bau eines Spielturms ein klein wenig aus dem Rahmen, aber wer’s kann und wer mit Freude und Spaß an die Arbeit herangeht, kann auch das.

„Beides – Freude und Spaß – sollte man mitbringen, wenn man Zimmerer werden will!“, betont Sebastian Fend, der seine schulische Laufbahn mit dem Fachabitur abgeschlossen hatte und der nach einem Praktikum beim Staatsbauamt zu der Erkenntnis gelangt ist, dass das eigentliche Handwerk das Richtige für ihn ist. Aus Erfahrung weiß er aber auch, dass es ohne einen ordentlichen Hauptschulabschluss nicht geht: „Holzbau ist mittlerweile Hi-Tec. Ständig wird man mit immer differenzierteren Entwicklungen konfrontiert. Es ist schon ein breites Spektrum an Fähigkeiten, die man sich im Laufe der Ausbildung aneignen muss – und die man unter anderem auch beim trockenen Innenausbau beherrschen muss.“

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Peter Köpke ist auf jeden Fall mit Interesse dabei. Er schätzt das familiäre Betriebsklima und findet es gut, dass man im ersten Ausbildungsjahr auf der Lehrbaustelle in Bebra gemeinsam mit Auszubildenden anderer Fachrichtungen lernt, wie ein Haus quasi „komplett“ gebaut wird. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr heißt es für ihn dann „Ab nach Kassel!“, wo sowohl die weitere praktische, als auch die weitere schulische Ausbildung stattfindet. Ob er nach „drei Jahren und einem Tag“ mit dem Gesellenbrief in der Tasche „auf die Walz“ geht, lässt der Weltenbummler im Moment noch offen. Ausschließen will er es allerdings nicht.

Tradition und Fortschritt

Das Berufsbild des Zimmerers ist modern und vielseitig, es verbindet traditionelles Handwerk mit fortschrittlichem, hochtechnisiertem Wissen. Wer draußen gerne mit den Händen und drinnen gerne mit dem PC arbeitet, ist im Zimmererhandwerk gut aufgehoben und hat beste Zukunftschancen.

Eine Ausbildung zum Zimmerer bietet nicht nur fundierte fachliche Qualifikation, mit der man überall auf der Welt arbeiten kann, sondern hat auch viele Vorteile: Man arbeitet mit dem Naturbaustoff Holz und schafft langlebige, nützliche Produkte, die den Kunden Freude bereiten. Man lernt im Team zu arbeiten und erwirbt dabei wichtige Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt.

Viele Arbeitsbereiche

Folgende Arbeitsfelder sind denkbar: Dachstuhl-Konstruktion und -Erstellung, Dachdeckung, Holzhausbau, Ingenieurholzbau, Denkmalpflege, Bedienung moderner Fertigungsanlagen, CAD-Konstruktion, Gebäude-Modernisierung und -Sanierung, Treppenbau, Wärme-, Schall- und Brandschutz, Außenwandbekleidung, Carport-Erstellung und anderes mehr.

Die Ausbildung ist abwechslungsreich: Im Betrieb arbeitet man praxisorientiert drinnen und draußen, in der Berufsschule und in Werkstätten besonderer Ausbildungsträger bildet man sich weiter.

Man lernt mit einer Vielzahl von Werkstoffen umzugehen und wird in unterschiedlichen Verarbeitungstechniken ausgebildet.

Darüber hinaus erhält man eine attraktive Ausbildungsvergütung.

E Wer einen medialen Eindruck vom Berufsbild des Zimmerer haben möchte, kann bei der Ausbildungsseite von Holzbau Deutschland vorbeischauen: www.zimmerer-ausbildung.com (zwa)

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