Pädagoginnen aus der Region ausgezeichnet

Unterricht lebensnah gestaltet: Lehrerpreis für Teresa Fruntke und Tanita Heindl

Das Bild zeigt Teresa Fruntke (links) aus Unterbreizbach und Tanita Heindl aus Friedewald im Porträt.
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Für ihr beispielhaftes Projekt geehrt: Teresa Fruntke (links) aus Unterbreizbach und Tanita Heindl aus Friedewald wurden mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.

Teresa Fruntke aus Unterbreizbach und Tanita Heindl aus Friedewald sind immer noch ergriffen. Sie wurden kürzlich mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.

Friedewald/Vacha – „Wir sind überwältigt, fast sprachlos“, sagt Teresa Fruntke (31). Und ihre Kollegin Tanita Heindl (29) erklärt: „Wir fühlen uns ganz besonders geehrt.“ Die beiden Lehrerinnen vom Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha sind im Wettbewerb um den „Deutschen Lehrerpreis 2020“ in der Kategorie „Unterricht innovativ“ mit dem Zeit-Sonderpreis für ihr Projekt „Erzähl doch mal...!“ ausgezeichnet worden.

Insgesamt zehn einzelne Pädagogen, fünf Teams und vier Schulleitungen aus neun Bundesländern haben in dieser zwölften Wettbewerbsrunde für ihre herausragenden pädagogischen Leistungen Preise erhalten. Eingereicht worden waren Vorschläge von mehr als 6400 Schülern und Lehrern aus ganz Deutschland.

Mauerfall, Wiedervereinigung, Deutsche Einheit – Worte, die bei Zeitzeugen Erinnerungen und Gefühle hervorrufen. Für Schüler hingegen sind es meist nur historische Begriffe. Das Gymnasium in Vacha hatte das Doppeljubiläum 2019/2020 – 30 Jahre Mauerfall/30 Jahre Deutsche Einheit – zum Anlass genommen, deutsch-deutsche Geschichte erlebbar zu machen. Die Ehre gebühre nicht ihnen alleine, befinden die beiden Lehrerinnen. „Ohne so tolle Schüler, die engagiert mitarbeiten und immer mit Interesse und Freude bei der Sache sind, wäre so eine Projektreihe nicht planbar“, sagt Tanita Heindl, die in Friedewald lebt.

In dem schuljahresübergreifenden Projekt am Seume-Gymnasium, das fortgeführt werden soll, lernen die Schüler die Hintergründe des Mauerfalls nicht nur aus dem Schulbuch kennen, sondern kommen aktiv mit ihren Familien darüber ins Gespräch: „Erzähl doch mal…, wie hast du eigentlich die Friedliche Revolution und den Mauerfall erlebt?“. Auf diese Weise erkennen sie, dass das Epochenjahr 1989/1990 auch die Geschichte ihrer Familie ist. Teamfähigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen werden über den Unterricht hinaus gefordert, weil sie in Gruppen Zeitzeugen interviewen, Podcasts produzieren oder Theaterstücke planen und aufführen sollen.

Die Jury lobte, dass das Projekt die eigene Familien- und Regionalgeschichte erlebbar mache und in den großen historischen Kontext des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung Deutschlands einordne. Das führe zu nachhaltigem Lernen. Gleichzeitig werde eine Brücke zwischen den Fächern Deutsch und Geschichte, aber auch Kunst und Sozialkunde geschlagen.

Nach den Erfahrungen der beiden – Tanita Heindl ist Deutsch- und Geschichtslehrerin, Teresa Fruntke aus Unterbreizbach unterrichtet Geschichte und Biologie – wurde bei der Projektarbeit auch die Selbstständigkeit der Schüler gefördert. Sie mussten Verantwortung übernehmen und flexibel bleiben. Vor allem aber hätten sie Teamgeist entwickelt, denn als „Einzelkämpfer“ seien die Aufgaben kaum zu bewältigen. Der größte Gewinn für die Schüler sei aber „die Erkenntnis, dass Freiheit und Demokratie keinesfalls selbstverständlich sind, dass jeder Einzelne immer wieder dafür eintreten sollte“, erklären die Lehrerinnen. Anlass, Organisationsablauf und die Kooperationsmöglichkeiten des Projekts seien vorbildlich, befand die Jury. „Der Verlauf ist auf alle Schulen übertragbar“, heißt es in einem Gutachten zu dem Wettbewerb. (Beate Funk)

Preis für engagierte Lehrkräfte

Der Deutsche Lehrerpreis zeichnet besondere Unterrichtsmodelle und engagierte Lehrkräfte aus. Er wird vom Deutschen Philologenverband und der Heraeus Bildungsstiftung verliehen. Als Kooperationspartner unterstützen den Wettbewerb die Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Cornelsen-Verlag. Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs 2020 hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen. Die Preisverleihung fand digital statt. Die Auszeichnungen für die Wettbewerbsrunde 2020 verteilen sich wie folgt: Je drei gehen nach Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen; je zwei nach Hessen und Sachsen sowie je eine nach Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. (bf)

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