Schüler informierten sich im Bildungszentrum

Ausprobieren und Zukunft planen auf der Ausblidungsmesse

Nah an der Praxis: Daniel Schmerfeld (25, links) Bauleiter der Firma HS-Bau, erklärt dem Schüler Simeon Koch (13) aus Gerstungen, wie kinderleicht er mit dem Versetzkran sogar das schwerste Material bewegen kann. Foto: Ernst

Bebra. Wie sieht mein Werdegang nach der Schulzeit aus? Eine Frage, mit der sich viele junge Erwachsene derzeit konfrontiert sehen. Die Auswahl an Berufen ist gigantisch. Doch nicht alles passt zu mir, meinen Fähigkeiten und Interessen. Eine Entscheidungshilfe leistet dabei die Ausbildungsmesse des Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra.

In enger Zusammenarbeit mit regionalen Firmen und Unternehmen entstand zum ersten Mal die zweitägige Messeveranstaltung in und um die Lehrbaustelle.

Dabei legten sich regionale und überregionale Firmen besonders ins Zeug. An jedem Stand konnten die Besucher das Handwerk hautnah erleben. Der imposante Zweiwegebagger der Firma „GUT“, die neusten Werkzeuge der Firma „Hilti“ und der moderne Bagger mit 3D-Steuerung der Firma „Hasselmann“ waren besondere Anziehungspunkte der Messe. Außerdem konnten die besonders geschickten Messebesucher in den klassischen Wettstreit mit den Zimmermännern am Nagelbalken treten. Insgesamt waren über 20 Firmen vertreten, die um Auszubildende buhlten.

Denn Azubis sind begehrt. Im Gespräch mit den Firmen kristallisiert sich vor allem eine Problematik heraus: Der Nachwuchs im Handwerk fehlt. Gründe dafür sind auch ausgemacht. Zum einen wollen die meisten Jugendlichen länger zu Schule gehen und studieren. Zum anderen sind sich viele nicht über die attraktiven Möglichkeiten im Handwerk im Klaren.

Wie da Abhilfe geschaffen werden soll, erklärt Obermeister Klaus Stöcker: „Wir gehen aktiver auf die Schüler zu, präsentieren uns besser und zeigen, was der Handwerksberuf zu bieten hat“. Aus diesem Grund wurden am Freitag auch viele Schulklassen aus Schulen im Kreisgebiet eingeladen. Vertreten waren zum Beispiel die Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg, die Geistalschule in Bad Hersfeld und natürlich Schulen aus Bebra.

„Mich hat meine Mutter früher noch gefragt, ob die Bauarbeiter denn Gras essen müssen“

Klaus STöckerüber antiquierte Arbeitsbedingungen

Schlechte Arbeitsbedingungen seien längst antiquiert: „Mich hat meine Mutter früher noch gefragt, ob die Bauarbeiter denn Gras essen müssen“, witzelt Stöcker. Heutzutage sei viel Technik auf den Baustellen zu finden, die die Arbeit erleichtert und verbessert. Bestes Beispiel ist der Versetzkran der Firma „HS-Bau“. Das Versetzen der 100 Kilogramm schweren Kalk-Sand-Stein wird dadurch kinderleicht. Was mit bloßer Manneskraft kaum bis gar nicht mehr möglich wäre, geschieht so per Knopfdruck. Davon konnte sich auch der Simeon Koch (13) aus Gerstungen überzeugen. Der Schüler besucht derzeit noch die Blumensteinschule in Obersuhl, möchte aber nach seinem Abschluss gerne einen Handwerksberuf ergreifen. Wohin der Weg gehen soll, hat er auch schon herausgefunden: „Ich habe mal ein Praktikum im Tiefbau gemacht, da will ich später auch arbeiten“, erklärt der bau- und technikbegeisterte Schüler.

Nach Ende der beiden Veranstaltungstage will sich das Team rund um die Messe zusammensetzen und alles analysieren. Eine Sache solle sich in Hinblick auf zukünftige Messeveranstaltungen aber noch verbessern und gestärkt werden: die Zusammenarbeit mit den Schulen. Doch eins hat die Ausbildungsmesse in Bebra durchweg bewiesen: Das Handwerk ist mit seiner Vielfalt ein attraktiver Berufszweig.

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