Ein Auto für Gambia: Michael und Sabine Gerlach aus Rotenburg starten bei Benefiz-Rallye

700 Kilometer am Strand: Gezeitenabhängig ist die Fahrt auf dieser wichtigen Verkehrsverbindung. Das Foto wurde während der Rallye im vergangenen Jahr aufgenommen. Foto: Gerlach/nh

Rotenburg. Den Rotenburger Stadtwerken nützt der zehn Jahre alte Fiat-Kastenwagen kaum noch, er wurde aus wirtschaftlichen Gründen ersetzt. Gute Dienste soll er künftig in Gambia leisten:

Die Stadt und das Ingenieurbüro Gerlach und Schröder in Lispenhausen (KÜS) unterstützen mit der Fahrzeugspende indirekt zwei Schulen in diesem westafrikanischen Land.

Michael Gerlach und seine Frau Sabine starten am ersten Märzwochenende in diesem Kastenwagen zur Wohltätigkeitsrallye Dresden-Dakar-Banjul. 50 Teams bringen unterschiedlichste Fahrzeuge in die gambische Hauptstadt. Dort werden sie versteigert, der Erlös dient caritativen Zwecken. Unterstützt werden zum Beispiel zwei Schulen, die auch Kinder mit Behinderungen aufnehmen. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Michael Gerlach. „Behinderte Kinder haben dort sonst keine Unterstützung.“

Zweite Tour

Für den 58-jährigen Diplom-Ingenieur ist es bereits die zweite Rallye. Im vergangenen Jahr hatte er mit Tochter Johanna einen Ford Scorpio nach Gambia gebracht. „Den fährt nun der gambische Innenminister“, schmunzelt Gerlach. Bei der Versteigerung aller Fahrzeuge waren damals fast 100 000 Euro erlöst worden.

In diesem Jahr fährt Gerlachs Frau Sabine mit. Das Ehepaar ist Afrika-erfahren. Gemeinsam hat es bereits Namibia, Kenia, Tansania und Mocambique bereist. „Wir finden den Kontinent einfach spannend“, sagt Sabine Gerlach. Die Menschen dort haben es ihnen besonders angetan: „Trotz bitterer Armut sind sie fröhlich und aufgeschlossen. Oft denke ich, sie sind glücklicher als wir.“

Weil sich Gerlachs ein wenig auskennen, nehmen sie Kugelschreiber und Blöcke mit nach Afrika, um sie unterwegs zu verteilen. „Diese Schreibutensilien sind heiß begehrt unter den Einheimischen“, sagt Sabine Gerlach. Wenn heimische Unternehmen ebenfalls Kulis und Blöcke spendieren wollen, können sie sich noch schnell im KÜS-Büro in Lispenhausen melden.

Die 7200 Kilometer bis Gambia wird das Paar weitgehend allein zurücklegen. Es gibt nur wenige zentrale Treffpunkte: In Gibraltar setzen die Teilnehmer am 8. März mit der Fähre gemeinsam über. Am 14. März trifft man sich im marokkanischen Dakhla. Von dort geht es im Konvoi und unter Schutz durch Westsahara und die Wüste. In Gambia werden die Teilnehmer am 23. März erwartet, drei Tage später findet die Versteigerung statt.

Die Kosten für den Autotransfer trägt das Lispenhäuser Ingenieurbüro. Veranstalter ist der sächsische Verein Breitengrad. Die Erlöse kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen und Krankenhäusern zugute.

2015 hatte ein vierköpfiges junges Team aus Hergershausen, Heinebach, Beiseförth und Melsungen ein ausrangiertes und aufgearbeitetes Feuerwehrfahrzeug nach Gambia gebracht (wir berichteten). www.rallye-dresden-dakar-banjul.com, www.dbo-online.com

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.