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Autobahnpolizei stoppt Risiko-Transport auf der A4 bei Friedewald

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Von: Mario Reymond

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Gestoppt: Polizei hält Anhänger mit ungesichertem Verkaufsstand auf der A 4 an.
Gestoppt: Polizei hält Anhänger mit ungesichertem Verkaufsstand auf der A 4 an. © Polizei

Vollbepackte Verkaufshütte war auf Anhänger mit maroden Spanngurten nur unzureichend gesichert und drohte herunterzufallen.

Friedewald – Ein nicht alltägliches Gespann hat am Donnerstagnachmittag die Aufmerksamkeit von Beamten der Schwerverkehrsüberwachung der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld auf der Autobahn 4 bei Friedewald erregt. Ein 3,5-Tonnen-Transporter hatte auf einem Plattformanhänger einen Marktverkaufsstand geladen, der aufgrund schlechter Sicherung während der Fahrt auf der Autobahn herunterzufallen fallen drohte.

Bei der anschließenden Kontrolle auf dem Parkplatz Nadelöhr an der A 4 stellten die Beamten fest, dass der Verkaufsstand auf Rollen gelagert und im unteren Bereich mit teilweise stark beschädigten Spanngurten unsachgemäß befestigt worden war.

Sogenannte „verkehrsübliche Fahrzustände“, wie beispielsweise starke Bremsungen oder auch plötzliche Ausweichmanöver, hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Ladungsverlust mit unabsehbaren Folgen nach sich gezogen.

Auch der zur Beförderung des Marktstandes verwendete Anhänger war zum Transport dieser Ladung aufgrund fehlender Sicherungsmöglichkeiten ungeeignet. Eine Umladung wurde deshalb verkehrspolizeilich angeordnet. In der Folge wurde dem 67-jährigen Fahrer aus einem sächsischen Landkreis auf dem Autobahnparkplatz zunächst die Weiterfahrt untersagt und das Gespann stillgelegt.

Weil zusätzlich besonders die Hinterachse des Transporters stark einfederte, bestand zudem der Verdacht einer Überladung der Fahrzeugkombination beziehungsweise einer zu hohen Stützlast durch den Anhänger. Nach einem Blick in das Innere des Transporters war schnell klar, dass diese Kontrolle weitere polizeiliche Maßnahmen nach sich ziehen musste: Im Laderaum waren Halbkonserven nahezu bis unter das Dach des Zugfahrzeugs gestapelt worden. Insgesamt 159 Kunststoffeimer mit eingelegten Champignons sowie weitere abgepackte Lebensmittel überluden den Kleinlaster deutlich. Während der Fahrt waren die Lebensmittel darüber hinaus, wegen mangelhafter Sicherung, bereits teilweise umgefallen und beschädigt worden.

Da der kontrollierte Kleintransporter zudem nicht über eine Kühlung verfügte, wurden durch die Polizisten auch noch lebensmittelrechtliche Konsequenzen eingeleitet. Überschrittene Mindesthaltbarkeitsdaten und der Transport kühlbedürftiger Lebensmittel ohne entsprechende Kühleinrichtung im Fahrzeug, veranlassten die Beamten, den Fachdienst für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hinzuzuziehen.

Eine Expertin für Lebensmittelsicherheit verfügte nach Prüfung vor Ort, dass die kühlbedürftigen und natürlich auch die bereits abgelaufenen Lebensmittel einer sachgerechten Entsorgung zugeführt werden müssen. Als Nachweis wurde die Vorlage einer entsprechenden Entsorgungsbestätigung eines Verwertungsunternehmens von dem Fahrzeugführer gefordert. Da die Lebensmittel im Transportfahrzeug jedoch aufgrund der vorliegenden Gegebenheiten der Ladefläche für eine Weiterfahrt nicht sachgerecht gesichert werden konnten, musste ein Entsorgungsunternehmen die Ladung vor Ort abholen.

Bis alle erforderlichen Gegebenheiten für eine Weiterfahrt vorlagen, wurde der Anhänger auf dem Parkplatz abgestellt und mit einer polizeilichen Sicherungskralle versehen.

Gegen den Fahrer und den Fahrzeughalter wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Regelbußen bei diesen Verstößen liegen insgesamt im dreistelligen Eurobereich. Beiden Verantwortlichen drohen zudem Punkte in Flensburg. (rey)

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