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Bad Hersfeld: Von Kandidaten und kleinen Symbolen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Redakteur Jan-Christoph Eisenberg.
Redakteur Jan-Christoph Eisenberg. © Nadine Maaz

In der Kolumne schreibt Jan-Christoph Eisenberg in dieser Woche über Bürgermeister-Kandidaten und Ansiedelungspläne großer Discounter.

Mit dem neuen Jahr ist in Schenklengsfeld der Bürgermeisterwahlkampf angebrochen. Als Erster hat Andre Wenzel für die Bürgerliste seinen Hut in den Ring geworfen. Der frühe Zeitpunkt überrascht dabei mehr als die Personalie selbst: Der 38-jährige Sparkassen-Betriebswirt ist zuletzt verstärkt kommunalpolitisch in Erscheinung getreten und wurde bereits als möglicher Bewerber um den Rathaus-Chefsessel gehandelt.

Unterstützung dürfte er mit großer Wahrscheinlichkeit aus den Reihen der Wählerliste Zukunft Miteinander erhalten, denn inhaltlich liegen die beiden Parlamentsfraktionen meist nahe beieinander.

Carl Christoph Möller, dessen erste Amtszeit im April 2024 endet, hat sich noch nicht öffentlich zu einer erneuten Kandidatur erklärt. Interessant wird die Frage, wie sich die SPD positioniert – schließlich ist der Bürgermeister kürzlich den Sozialdemokraten beigetreten. Dem Vernehmen nach soll sich zudem bereits ein weiterer Bewerber warmlaufen. Die Schenklengsfelder werden also tatsächlich die Wahl zwischen mehreren Kandidaten haben. Wann genau, steht allerdings noch nicht fest, wobei es naheliegt, den Urnengang mit der Landtagswahl zu kombinieren. Der Gemeinde steht damit ein langer Wahlkampf bevor. Bleibt zu hoffen, dass diese Phase die Kommunalpolitik beflügelt und nicht lähmt.

Ansiedlungspläne und Antrittsbesuche

Erst kehrte 2014 der Discounter Lidl Heringen mangels Erweiterungsmöglichkeiten den Rücken, dann zog 2019 der benachbarte Logo-Getränkemarkt an prominentere Stelle in den ehemaligen Aldi um. Die beiden Gewerbe-Immobilien am Riedweg sind damit seit geraumer Zeit weitgehend ungenutzt. Lediglich eine Fleischerei betreibt noch im Seitenflügel des früheren Discounters eine Filiale.

Dem Vernehmen nach wollen jetzt in den ehemaligen Lidl eine Drogerie und in den alten Getränkemarkt eine Bekleidungskette einziehen. Zudem ist von Plänen die Rede, auf einer benachbarten Freifläche einen Neubau für einen namhaften Discounter zu errichten. Offiziell bestätigen wollte der Hamburger Projektentwickler, der die Immobilien im Jahr 2016 bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte, das bislang allerdings nicht.

Im Gespräch war der frühere Heringer Lidl-Markt auch als Ausweichquartier für den eigentlich bereits für vergangenen Herbst angekündigten Abriss und Neubau des Rewe-Marktes. Wann es losgeht und wo die Interims-Filiale letztlich untergebracht wird, dazu hält sich die Handelskette bedeckt. Nur so viel war auf Anfrage zu erfahren: Der Bauantrag sei im Dezember gestellt worden, nach der Baugenehmigung würden etwa vier Monate benötigt, um loszulegen. Noch aber seien die „internen Abstimmungen noch nicht ganz abgeschlossen“. Von denen hänge dann letztlich der Baubeginn ab.

Anke Hofmann zeigt Präsenz

Positiv fiel beim Neujahrsempfang in Philippsthal auf, dass auch Bad Hersfelds neue Bürgermeisterin Anke Hofmann den Weg ins Werratal gefunden hat. Sie durfte deshalb auch gleich spontan ein Grußwort sprechen. Auch sonst macht Anke Hofmann einiges anders als ihre Vorgänger: So hat sie gleich zum Dienstantritt alle städtischen Einrichtungen und Gebäude besucht. In einige hatte sich wohl noch nie zuvor ein Bürgermeister der Kreisstadt verirrt. Solche kleinen Symbole sind wichtig und werden aufmerksam registriert. Unterdessen hat Anke Hofmann auch ihren Einstand im Magistrat gegeben – sicher auch das eine nette Abwechslung für die „Stadtregierung“, die ja oft genug kommunalpolitisches Schwarzbrot kauen muss. (Jan-Christoph Eisenberg)

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