Kurbetrieb setzt auf Reha-Kliniken und Wellness-Angebote

Das „Bad“ in Hersfeld ist nur noch Etikett

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Bad Hersfeld/Bad Zwesten. Das Heilbad Bad Hersfeld hat sich von der klassischen Kur verabschiedet und setzt jetzt auf die Anschluss-Heilbehandlungen der örtlichen Reha-Kliniken sowie die Wellness-Angebote der Kurbad-Therme.

Damit trägt der Kurbetrieb der Kreisstadt einer Entwicklung Rechnung, die jetzt auch Thema bei der Verbandsversammlung Hessischer Heilbäder in Bad Zwesten war. Denn seit der Gesundheitsreform in den Neunzigerjahren mussten die Bäder Umsatzrückgänge bis zu 35 Prozent verkraften.

Das Hersfelder Heilwasser aus Lullus- und Vitalisquelle fließt zwar ohne Unterlass aus den Hähnen im Kurhaus, doch als Arzneimittel wird es nicht mehr benötigt. Auch das Gebäude selbst hat seine ursprüngliche Funktion eingebüßt, ist heute eines der bevorzugten Foto-Objekte für Besucher der Stadt und beliebter Ort standesamtlicher Trauungen.

„Die früher üblichen Kuren gibt es nicht mehr“, stellt denn auch Kurdirektor Christian Mayer nüchtern fest. Gleichwohl versucht er, das „Hessische Staatsbad Bad Hersfeld“, das nach gescheiterter Privatisierung von der Kommune selbst betrieben wird, unter den veränderten Rahmenbedingungen neu aufzustellen.

Dabei spielt die Gesundheit, beziehungsweise deren Wiederherstellung und Erhaltung, eine tragende Rolle.

Die drei örtlichen Reha-Kliniken erwirtschaften heute den größten Teil des Kurbeitrages und tragen auch den Löwenanteil zu den Übernachtungszahlen in der Stadt bei.

„Im Grunde ist das Heilbad ein Baustein der touristischen Vermarktung“, stellt Mayer fest und nennt daneben die an Wochenenden ausgebuchte Kurbad-Therme sowie die Einkaufsstadt.

Das entspricht auch den Erkenntnissen des Verbandes, dessen Vorsitzender Ronald Gundlach die Tagesgäste als „wichtigen Faktor des Heilbadbetriebes“ einschätzt.

Von Karl Schönholtz 

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