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1500 Ukrainer fanden Zuflucht im Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Christine Zacharias

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Eine erkennungsdienstliche Behandlung an der Pik-Station ist Voraussetzung, damit die Geflüchteten hier Leistungen erhalten können. Dabei werden unter anderem Fingerabdrücke genommen und ein Foto mit biometrischen Daten gemacht. Wie das Verfahren funktioniert, führen hier Reinhold Schwarz, der Leiter der Ausländerbehörde Peter Hildebrand und Stefanie Führer, Leiterin des Fachdienstes Migration/SGB2, (von links) vor.
Eine erkennungsdienstliche Behandlung an der Pik-Station ist Voraussetzung, damit die Geflüchteten hier Leistungen erhalten können. Dabei werden unter anderem Fingerabdrücke genommen und ein Foto mit biometrischen Daten gemacht. Wie das Verfahren funktioniert, führen hier Reinhold Schwarz, der Leiter der Ausländerbehörde Peter Hildebrand und Stefanie Führer, Leiterin des Fachdienstes Migration/SGB2, (von links) vor. © Christine Zacharias

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind bislang knapp 1500 Geflüchtete aus der Ukraine untergekommen. Viele davon warten noch auf einen Integrationskurs

Hersfeld-Rotenburg – Der Krieg in der Ukraine hat die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben bislang knapp 1500 von ihnen eine sichere Bleibe gefunden.

All diese Menschen, die innerhalb weniger Wochen im Kreisgebiet ankamen, mit Unterkunft, Geld, Sprachkursen und auf Wunsch auch Arbeit zu versorgen, hat sich als große Herausforderung erwiesen. Die habe der Kreis ganz gut gemeistert, sagt der Erste Beigeordnete Dirk Noll (SPD). Er lobt die große Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung.

Tatsächlich sind die meisten Geflüchteten in privaten Quartieren untergekommen, viele auch bei schon länger hier lebenden Menschen aus der Ukraine. Während die Notunterkunft in Wildeck seit Ende März geschlossen ist, leben in der zentralen Unterkunft in der Berliner Straße in Bad Hersfeld (Kapazität: 150 Personen) derzeit etwa 100 Menschen, so Frank Hildebrand, Leiter des Fachdienstes Migration/Asyl.

Die Hälfte von ihnen habe vorher in Privatquartieren gelebt, doch dort habe das Zusammenleben auf engem Raum auf Dauer nicht funktioniert. Aus der Unterkunft in der Berliner Straße hätten viele der Ukrainer dann gar nicht mehr ausziehen wollen. Sie fühlten sich dort wohl und schätzten die Gemeinschaft mit anderen in ähnlicher Situation sowie die gute Lage mit Bushaltestelle vor der Tür und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

Auf den Integrationskurs zum Erlernen der deutschen Sprache müssen die meisten Ukrainer allerdings warten. Denn die 260 Plätze in den etwa ein halbes Jahr dauernden Kursen waren bereits belegt und so schnell ließen sich nicht so viele neue Kurse einrichten. Im Juli sollen nun sieben neue Kurse starten, darunter einer auch mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, sagt Frank Hildebrand. Einer werde bereits in der Berliner Straße angeboten.

Auch ohne Sprachkenntnisse haben einige der Geflüchteten bereits Arbeit gefunden. 40 arbeiten etwa in der Systemgastronomie oder bei Personaldienstleistern. 39 Hat die Agentur für Arbeit vermittelt.

Warnung vor möglichem Betrugsversuch

Vor einem möglichen Betrugsversuch, der die geflüchteten Ukrainer betreffen könnte, warnt René Bieber, der Fachbereichsleiter Arbeit und Migration. Es sei ein Schreiben aufgetaucht, in dem eine Frau aufgefordert wurde, 350 Euro für die Behandlung ihres an der Front verletzten Sohnes zu zahlen. So ein Schreiben müsse überprüft werden, betont Bieber. Misstrauisch mache ihn, dass die Summe in etwa dem entspreche, was eine Geflüchtete im Monat zur Verfügung habe. (Christine Zacharias)

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