Über 14.000 Euro aus Wohnung gestohlen

17-jähriger Bad Hersfelder gesteht Beihilfe zum Einbruch

Dem Ruf des Goldes konnten drei junge Männer aus Bad Hersfeld im Januar 2017 nicht widerstehen. Einer musste sich nun vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Den drei jungen Männern war nämlich zu Ohren gekommen, dass in einer Wohnung in der Bad Hersfelder Innenstadt acht Kilogramm Gold lägen und dass die Wohnungseigentümer gerade im Urlaub seien, ein Einbruch also vermeintlich gefahrlos möglich sei.

Einer der drei, ein inzwischen 17-Jähriger, musste sich jetzt vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten und er machte auf alle Beteiligten einen guten Eindruck. Der junge Mann scheint die Kehrtwende geschafft zu haben.

Vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Da hatte der damals 15-Jährige die falschen Freunde und war leicht zu beeinflussen. Deshalb war er auch bereit, den Einbrechern, zwei Bekannten von ihm, zu helfen. Er ließ am 18. Januar 2017 abends die Haustür offen, um so seinen Bekannten den Zugang zum Haus zu ermöglichen. In die Wohnung sei er aber nicht gegangen, er sei während der Tat in der Stadt unterwegs gewesen, versicherte er.

Bei dem Einbruch entdeckten die Täter, nachdem sie die Tür eingetreten hatten, zwar kein Gold, aber mehr als 14 000 Euro, die sie mitnahmen.

Er habe von Anfang an gesagt, dass er nicht mit in die Wohnung gehen wolle, betonte der Angeklagte. Als dann im Gespräch mit dem Nachbarn der Verdacht aufkam, er könne etwas mit dem Einbruch zu tun zu haben, gab der Jugendliche alles zu, entschuldigte sich und ging dann zur Polizei, um sich zu stellen.

Mit seinem Geständnis bei der Polizei leitete der junge Mann eine Kehrtwende in seinem Leben ein. War er zuvor bereits mit einem Einbruch in eine Apotheke und einer gefährlichen Körperverletzung aktenkundig und auf der schiefen Bahn, so hat er sich seitdem nichts mehr zuschulden kommen lassen.

Er hat an einem sozialen Erfahrungskurs teilgenommen, besucht die Berufsfachschule, um die Mittlere Reife zu erlangen, und hatte nebenbei einen Schülerjob, den er jetzt gekündigt hat, um sich voll auf die Schule zu konzentrieren. Gute Noten sprechen für seine Bemühungen, berichtete Sabine Röth von der Jugendgerichtshilfe.

Sie erzählte auch von schwierigen, konfliktreichen Phasen in der Familie, parallel zu seinem Abgleiten. Inzwischen wird der 17-Jährige aber von seinem großen Bruder und seinem Vater, der dem Gericht die positive Entwicklung seines Sohnes bestätigte, unterstützt.

Den familiären Rückhalt und den Willen des jungen Mannes, im Leben voranzukommen, erkannte auch Staatsanwältin Natalia Fuchs, die sich wegen Beihilfe zum Einbruch für eine Verwarnung und eine Arbeitsauflage von 40 Stunden sowie eine persönliche Entschuldigung bei den Geschädigten aussprach.

Dem folgte das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Michaela Kilian-Bock, verzichtete jedoch auf die Entschuldigung, die der Angeklagte bereits geleistet hatte. Mit der Zustimmung aller Beteiligten wurde das Urteil gleich rechtskräftig.

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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