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Bad Hersfeld: 33-Jährige soll Waren im Wert von 28.000 Euro gestohlen haben

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Justitia-Statue in Frankfurt (Symbolbild)
Gericht (Symbolbild) © Arne Dedert / dpa

Weil sie an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz Ware im Gesamtwert von über 28 000 Euro gestohlen haben soll, muss sich eine 33-Jährige aus Hauneck nun vor Gericht verantworten.

Bad Hersfeld – Laut Anklageschrift soll die Frau zwischen mindestens Juni 2019 und 24. August 2020 während ihrer Schichten bei einem großen Versandhändler in Bad Hersfeld diverse Gegenstände unter ihrer Kleidung versteckt und zunächst unbemerkt in ihrem Spind gelagert haben.

Zumindest einen Teil des Diebesguts habe sie aber auch verkauft. Über 700 einzelne Produkte umfasst die Liste an mutmaßlich gestohlenen Gegenständen, darunter Zahnbürsten und Pflegemittel ebenso wie Fitnessuhren, Schmuck und Smartphones. Hinzu kommen allein um die 150 Geldbörsen.

Schon bei der Polizei hatte die Angeklagte die Vorwürfe zum Teil eingeräumt. Der Prozess vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Silvia Reidt wurde jetzt allerdings noch vor der eigentlichen Beweisaufnahme ausgesetzt, da zunächst ein psychiatrisches Gutachten eines Sachverständigen eingeholt werden soll, um zu prüfen, ob die 33-Jährige möglicherweise vermindert schuldfähig ist.

Denn ihr Verteidiger Hans J. Hauschild hatte schon kurz nach Beginn der Verhandlung die Theorie in den Raum gestellt, dass schwerwiegende gesundheitliche Probleme, eine schwierige Kindheit und ein seit Jahren unerfüllter Kinderwunsch seine Mandantin belasteten und die Diebstähle eine Art Ventil für all das sein könnten.

„Irgendwo dazwischen liegt die Ursache für die sinnlose Klauerei“, so Hauschild, denn Geld verdient habe sie mit dem Diebesgut kaum. Lediglich 3000 bis 4000 Euro betrage der eigentliche Schaden, „der Rest lag im Schrank“. Zudem sei sie schon als Kind und als Jugendliche mit Diebstählen aufgefallen.

Die Angeklagte selbst gab vor Gericht an, schon „seit Ewigkeiten“ über eine Therapie nachzudenken, allerdings habe sie bisher schlicht Angst gehabt, Dinge aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie bestätigte aber auch, ein paar tausend Euro an Kreditschulden zu haben.

Fortgesetzt wird die Verhandlung, sobald das Gutachten vorliegt und von Amts wegen ein neuer Termin bestimmt wurde. Das kann einige Monate dauern. Richterin Reidt riet der 33-Jährigen, sich derweil in Eigeninitiative um eine Therapie zu bemühen. Dies könne sich strafmildernd auswirken, wobei es in erster Linie nicht darum gehe, das Gericht zufriedenzustellen, sondern die eigenen Probleme in den Griff zu bekommen.

Richterin und Staatsanwältin hatten bereits zuvor durchblicken lassen, dass eine Geldstrafe in diesem Fall von schwerem Diebstahl oder gewerbsmäßigem Handel nicht mehr in Frage komme, wahrscheinlicher sei eine Freiheitsstrafe ausgesetzt zur Bewährung und mit einer Therapie als Auflage.

Zunächst muss nun aber die Schuldfähigkeit der Angeklagten geprüft werden, der gekündigt wurde und die inzwischen bei einem anderen Unternehmen arbeitet. (Nadine Meier-Maaz)

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