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36-jähriger Bad Hersfelder wird für drei von vier Taten verurteilt

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld
Amtsgericht Bad Hersfeld © Eberth, Carolin

Wegen vier Delikten hat sich ein 36 Jahre alter Mann aus Bad Hersfeld vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld verantworten müssen. In drei Fällen wurde er schuldig gesprochen.

Bad Hersfeld – Ein Vorwurf gegen den drogenabhängigen und mehrfach vorbestraften Angeklagten wurde fallengelassen. Übrig blieben gefährliche Körperverletzung, Sozialbetrug und Beihilfe.

Dafür errechnete Richterin Christina Dern eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem muss er zehn Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten – beides innerhalb von sechs Monaten.

Unstrittig war der Vorwurf des Erschleichens von Sozialleistungen. So hatte der Angeklagte beim Jobcenter Arbeitslosengeld II beantragt, obwohl er eine Beschäftigung hatte. Das so erlangte Geld in Höhe von 1690,03 Euro muss er zurückzahlen.

Um körperliche Gewalt ging es bei den anderen drei Delikten. Die dabei eigentlich treibende Kraft war wohl seine damalige Partnerin. Die Bebranerin hätte auch auf der Anklagebank sitzen sollen, allerdings ist ihre Anschrift unbekannt.

Richterin Dern bezeichnete den Angeklagten und seine Ex-Partnerin als Duo Infernale, bei dem sie für ihn der Brandbeschleuniger gewesen sei.

Am 9. September 2021 hatten sich die beiden auf den Weg zu einem Rotenburger gemacht, wo sie sich geliehene 50 Euro zurückholen wollten. Der Angeklagte selbst erhoffte sich von dem Besuch einen Rausch, weil ihm der Rotenburger im Vorfeld versprochen hatte, mit ihm Amphetamine konsumieren zu wollen. Weil daraus nichts wurde, habe er ihm die Umhängetasche seiner Ex-Partnerin gegen den Kopf geschlagen.

Dumm nur, dass sich in der Tasche eine Schreckschusswaffe aus Metall befunden hatte, die für eine Platzwunde bei dem Rotenburger gesorgt hatte. Genau erinnern konnte er sich aber nicht mehr, da er alkoholisiert gewesen sei. Das belegte auch ein Atemalkoholtest von 1,41 Promille, den die Polizei angeordnet hatte.

Die Beamten waren ins Spiel gekommen, da der Angeklagte noch vor der Tat mit der Waffe auf offener Straße hantiert hatte. Dabei war er mehreren Mädchen aufgefallen, die die Polizei riefen.

Der Beihilfe für schuldig befunden wurde er für den „Besuch“ bei einem Bebraner, den die Frau zur Rede stellen wollte. Der Mann soll ihrem 14 Jahre alten Sohn sexuell anzügliche Avancen gemacht haben, woraufhin sie ihn mit einem Drehmomentschlüssel attackiert habe.

Nach Rücksprache mit seinem Pflichtverteidiger Jochen Kreissl akzeptierte der Angeklagte die Strafe. Staatsanwältin Reinhard bat noch um Bedenkzeit. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten gefordert. Kreissl selbst hatte sich für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe mit vielen Auflagen gewünscht, um ihn wachzurütteln. (Mario Reymond)

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