692 Kandidaten für den Landkreis

Kirchenvorstandswahl in Hersfeld-Rotenburg: 62.024 Mitglieder dürfen wählen

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Alles vorbereitet: In der Bad Hersfelder Martinskirche hat Pfarrer Ingo Schäfer bereits eine Wahlurne aufgestellt.

Die Evangelische Kirche ruft an die Urnen: Am kommenden Sonntag, 22. September, stehen die Kirchenvorstandswahlen in fast 700 Gemeinden der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck an.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Wahl in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg.

Was ist überhaupt ein Kirchenvorstand?

Das oberste Leitungsgremium der Gemeinde. Die Kirchenvorsteher entscheiden gemeinsam mit den Pfarrern über die konkrete Ausgestaltung und Entwicklung der Gemeindearbeit vor Ort. Der Kirchenvorstand verwaltet Finanzen und Gebäude der Gemeinde und ist mitverantwortlich für Personalfragen, für Konfirmandenarbeit und Gemeindeangebote. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Wie setzt sich der Kirchenvorstand zusammen?

Der Kirchenvorstand hat – je nach Größe der Gemeinde – zwischen vier und 18 zu wählende Mitglieder. Hinzu kommen bis zu drei berufene Mitglieder sowie die Pfarrer der Gemeinde. Die Größe des Gremiums kann der Kirchenvorstand im Vorfeld der Wahl selbst bestimmen. Einige Gemeinden, die 2020 fusionieren, haben für die bevorstehende Wahl ihre Kirchenvorstände bereits verkleinert, damit der fusionierte Vorstand dann nicht zu groß wird.

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Evangelischen Kirche ab 14 Jahren. Landeskirchenweit, also zwischen Hofgeismar und Hanau, sind 715 827 Gemeindeglieder aufgerufen, Kirchenvorstände in 697 Kirchengemeinden zu wählen. Ihre Stimme abgeben dürfen im Kirchenkreis Hersfeld 37 660 Mitglieder. Bei der vergangenen Wahl vor sechs Jahren waren es 41 522. In Rotenburg sind es 24 364, bei der vergangenen Wahl waren noch 26 844 Frauen und Männer wahlberechtigt.

Wer darf kandidieren?

Jedes Gemeindemitglied ab 18 Jahren. Bei der bevorstehenden Wahl gibt es erstmals keine Altersbeschränkung nach oben. Die bisherige Altersobergrenze von 70 Jahren war 2014 von der Landessynode gekippt worden.

Wie viele Kandidaten treten an?

Im Kirchenkreis Rotenburg wird in 35 Gemeinden ein Kirchenvorstand gewählt. Eigentlich wären es 36, doch in Gilfershausen ist es laut Dekanin Gisela Strohriegl nicht gelungen, ausreichend Kandidaten für die Wahl zu finden. Dort fällt die Wahl also aus. Für die insgesamt 212 zu wählenden Kirchenvorstandsmitglieder haben sich 297 Kandidaten aufstellen lassen. In Hersfeld werden 297 Frauen und Männer (395 Bewerber) in allen 36 Kirchengemeinden gewählt. Die Zahl der Bewerber in der gesamten Landeskirche beläuft sich nach EKKW-Angaben auf 6801.

Wie hoch war zuletzt die Wahlbeteiligung?

Bei der Kirchenvorstandswahl 2013 lag die Wahlbeteiligung im Kirchenkreis Rotenburg bei 36,9 Prozent (2007: 33,8 Prozent), in Hersfeld bei 32,5 Prozent (2007: 29,7 Prozent).

Die Online-Wahl ist bereits beendet. Wie wurde sie angenommen?

Bis zum vergangenen Montag hatten die Mitglieder die Möglichkeit, auch im Internet abzustimmen. Davon machten landeskirchenweit 73 163 Wähler Gebrauch, so die die Beauftragte für Kirchenvorstandswahlen, Pfarrerin Ulrike Joachimi aus dem Landeskirchenamt. Das entspreche einer Wahlbeteiligung von 10,2 Prozent. Bei der Wahl 2013 seien es 9,3 Prozent gewesen.

Wie kann man jetzt noch abstimmen?

Wähler haben noch zwei Möglichkeiten, an der Kirchenvorstandswahl in Hersfeld und Rotenburg teilzunehmen: Per Briefwahl und persönlich. Briefwahlunterlagen können mit der Wahlbenachrichtigung über das jeweilige Pfarramt angefordert werden. 

Selbst am Wahltag können Briefwahlunterlagen mit der Wahlbenachrichtigung im zuständigen Wahllokal bis spätestens 12 Uhr mit Antrag abgeholt und wieder abgegeben werden. Wo sich die Wahllokale befinden und wann sie geöffnet haben, steht auf der jeweiligen Wahlbenachrichtigung. Die Landeskirche bittet alle Wähler, neben der Wahlbenachrichtigung auch ein Ausweisdokument mitzubringen.

Und was kann man tun, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat?

Wer keine Wahlberechtigung erhalten oder sie verlegt hat, kann trotzdem im Wahllokal wählen, teilt die Landeskirche mit. Voraussetzung dafür sei allerdings, in der Wählerliste der Kirchengemeinde eingetragen zu sein. Ob das so ist, kann im Pfarramt oder am Wahltag im Wahllokal in Erfahrung gebracht werden. Dazu ist der Personalausweis erforderlich.

Wann werden die Ergebnisse veröffentlicht?

Die Ergebnisse werden in den Gottesdiensten am 29. September bekannt gegeben.

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