Senioren hofften auf Gewinn

Paar aus Bad Hersfeld verlor mehrere tausend Euro an Telefonbetrüger

Hersfeld-Rotenburg. Vor betrügerischen Anrufen, bei denen älteren Menschen hohe Gewinne versprochen werden, warnt die Polizei. Ein Paar aus Bad Hersfeld ließ sich täuschen.

Das ältere Ehepaar, beide Ende 80, meldete sich am Montag, 24. September, bei der Kriminalpolizei in Bad Hersfeld. Sie waren bereits eine Woche zuvor von einem Unbekannten angerufen worden, der ihnen mitteilte, dass sie 50.000 Euro gewonnen hätten. Um das Geld zu erhalten, müssten sie lediglich 2.800 Euro an Bargeld und einen Guthabenschein eines bekannten amerikanischen Internetkaufhauses im Wert von 200 Euro in einen Umschlag stecken und an eine Adresse in Georgien senden.

In freudiger Erwartung des hohen Gewinns schickten die Eheleute den Brief mit dem Bargeld und den Gutschein tatsächlich nach Georgien und hofften dann auf ihren Gewinn.

Am Montagmorgen meldete sich der Täter erneut per Telefon bei den Senioren. Das Geld sei eingegangen, es gebe aber Probleme mit der Auszahlung des Gewinns. Deshalb sollten sie noch einmal 14.000 Euro zahlen. Da dämmerte es dem Ehepaar, dass es betrogen worden war und wandte sich an die Polizei.

Dort haben sich in jüngster Zeit mehrere ältere Menschen aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg gemeldet, die von ähnlichen Anrufen berichteten. Außer hohen Geldgewinnen wurden  ihnen auch hochwertige Autos als Preise versprochen. Die Gewinne könnten aber nur gegen Vorleistung von höheren Geldsummen übergeben werden. Ausgezahlt werden die Gewinne jedoch nach Angaben der Polizei nie. Stattdessen wird häufig Druck aufgebaut, indem die Anrufer sich als Notare, Rechtsanwälte, Polizeibeamte oder Staatsanwälte ausgeben.

Daher warnt das Polizeipräsidium vor derartigen Gewinnversprechen.

So schützen Sie sich vor dem Betrug am Telefon:

- Schenken Sie telefonischen Gewinnversprechen keinen Glauben - insbesondere wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist!

- Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen. Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen!

- Bei echten Gewinnen müssen Sie kein Geld im Voraus überweisen! Geben Sie telefonisch keine persönlichen Informationen weiter: keine Telefonnummern, Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Informationen zum persönlichen Umfeld!

- Ändern Sie gegebenenfalls Ihre Rufnummer, um zukünftig nicht belästigt zu werden!

Wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie bereits Opfer geworden sind, wenden Sie sich an die Polizei unter 110.

Auch in Bad Sooden-Allendorf ist eine Frau von einer Telefonbetrügerin angerufen worden. Sie fragte: "Erkennst du mich nicht?" und verlangte 16.000 Euro.

Rubriklistenbild: © HNA-Archiv

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