Jahrgänge 1953 bis 1958 sind jetzt dran

Alte Führerscheine müssen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg umgetauscht werden

Drei alte Führerscheine verschiedener Generationen liegen auf dem Tisch. Sie müssen bald in fälschungssichere Kartenexemplare eingetauscht werden.
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Drei alte Führerscheine verschiedener Generationen liegen auf dem Tisch. Sie müssen bald in fälschungssichere Kartenexemplare eingetauscht werden.

Noch bis zum 19. Januar 2022 haben die Führerscheininhaber der Jahrgänge von 1953 bis 1958 Zeit, ihre alte „Pappe“ gegen eine neue Führerscheinkarte einzutauschen.

Hersfeld-Rotenburg – Wichtig ist zu wissen, dass bis zum 19. Januar 2022 nur Fahrerlaubnisinhaber der Jahrgänge 1953 bis 1958 ihre grauen und rosa Führerscheine umtauschen müssen. Der Grund dafür ist eine Vereinheitlichung der Fahrerlaubnis-Dokumente auf EU-Ebene, damit demnächst nur noch fälschungssichere Führerscheine im Umlauf sind.

Für die ohnehin stark belastete Führerscheinstelle des Landkreises bedeutet das deutlich mehr Arbeit. „Wir spüren den Ansturm, täglich gibt es allein 10 bis 15 Anträge auf Führerscheinumtausch“, berichtet Matthias König, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr. „Jeder Antrag muss mehrfach angefasst werden und alle Daten werden händisch erfasst“, erklärt seine Stellvertreterin Anita Siebert, auch Leiterin der Führerscheinstelle. Hinzu kommt, dass die neuen Führerscheine in der Bundesdruckerei in Berlin hergestellt werden. Auch das braucht Zeit..

28,30 Euro kostet der neue Führerschein. Genaue Zahlen darüber, wie viele Kreisbürger jetzt den Führerschein umtauschen müssen, liegen nicht vor, weil nicht alle Führerscheindaten im System registriert sind. Da die Führerscheinstelle telefonisch oft schwer erreichbar ist, raten Matthias König und Anita Siebert alle Betroffenen, den Antrag auf Umtausch per Email (fuehrerscheinstelle@hef-rof.de) zu beantragen. Die Unterlagen werden dann zugeschickt, auch die nötigen Unterschriften könnten so geleistet werden. „Bitte kommen Sie möglichst nicht persönlich bei uns vorbei“, appelliert König angesichts der immer noch angespannten Corona-Lage, um Wartezeiten zu vermeiden. In Kürze soll übrigens ein neues Online-System zur Terminvergabe eingeführt werden. „Dann gibt es nur noch minimale Wartezeiten“, hofft König.

Der alte Führerschein behalte seine Gültigkeit, betont König. Zusätzliche ärztliche Untersuchungen oder Prüfungen seien damit nicht verbunden. Angesichts der relativ langen Bearbeitungszeit geht er davon aus, dass die Polizei vermutlich ein Auge zudrücken wird. Trotzdem mahnt er dazu, den Umtausch jetzt anzugehen.

Offiziell riskieren alle, die weiter mit ihrem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fahren und die Frist für den Umtausch verstreichen lassen, ein Verwarnungsgeld, wie die Pressestelle des Hessischen Verkehrsministeriums auf Nachfrage mitteilte. Immerhin sei die Verordnung frühzeitig bekannt gemacht worden.

Abschied von der alten Pappe

Alle Autofahrer der Jahrgänge von 1953 bis 1958 müssen bis zum 19. Januar 2022 ihre alte Fahrerlaubnis umtauschen. Grund dafür sind EU-Vorgaben. „Ziel ist es, Fälschungen zu vermeiden, deshalb gibt es neue Fotos und andere Sicherheitsmerkmale. Auch die Schrift sieht etwas anders aus“, sagt Anita Siebert, die stellvertretende Leiterin der Zulassungsstelle Hersfeld-Rotenburg.

Auf den ersten Blick seien diese Unterschiede aber kaum zu erkennen. Trotzdem macht der Umtausch viel Arbeit. Hinzu kommt, dass der neue Führerschein künftig nur noch 15 Jahre gültig ist, und muss dann erneuert werden. Das dient nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums dazu, die Namen und vor allem Lichtbilder zu aktualisieren.

Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum bis zum 31. Dezember 1998 ist das Geburtsjahr des Fahrerlaubnis-Inhabers ausschlaggebend:

- vor 1953: Umtausch bis 19. Januar 2033

- von 1953 bis 1958: Umtausch bis 19. Januar 2022

.- 1959 bis 1964: Umtausch bis 19. Januar 2023

.- 1965 bis 1970: Umtausch bis 19. Januar 2024

- 1971 oder später: Umtausch bis 19. Januar 2025.

Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum ab dem 1. Januar 1999 gilt das Ausstellungsjahr des Führerscheins, nicht das Geburtsjahr. Fahrerlaubnisinhaber, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt, müssen den Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins.

Im Moment sind also nur die Jahrgänge 1953 bis 1958 aufgefordert, bis zum 19. Januar 2022 ihren alten Führerschein einzutauschen.
(kai/mow/mhn)

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