Auch in Bad Hersfeld?

Lässt Amazon seine Lieferanten künftig per Kamera überwachen? Heftige Kritik an Vorgehen

Lieferanten von Amazon sollen während der Arbeit per Kamera überwacht werden. Arbeitsschutz-Organisationen und Datenschützer sind fassungslos über die Pläne.

  • Amazon plant die eigenen Lieferanten künftig mithilfe einer Kamera zu überwachen.
  • Laut dem Konzern dient das Vorhaben der Sicherheit der Fahrer.
  • Vorerst existieren die Pläne nur für die USA, Lieferanten aus Bad Hersfeld sind nicht betroffen.

Bad Hersfeld - In den USA sollen Paketzusteller des Online-Versandhändlers Amazon künftig in ihren Lieferwagen mithilfe von Videokameras überwacht werden. Wie eine Sprecherin des Konzerns gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) bestätigte, habe man „kürzlich damit begonnen, eine Sicherheitstechnologie in unserer Flotte zu installieren, die auf Kameras basiert“.

Diverse US-amerikanische Medien hatten im Vorfeld über den geplanten Schritt berichtet. Während Amazon den Schritt als notwendig ansieht, um den Lieferanten einen besseren Schutz zu gewährleisten, reagieren Arbeitsschutz-Organisationen mit harscher Kritik. Könnten Amazon-Lieferanten aus Bad Hersfeld in Zukunft ebenfalls betroffen sein?

Amazon: Videokameras sollen Fahrer schützen - Technologie bald auch in Bad Hersfeld?

Die Technologie der Kameras basiere auf Künstlicher Intelligenz und gebe während der Fahrt Warnhinweise an die Lieferanten, während diese auf der Straße unterwegs seien. Wie es in einem internen Video heißt, sollen auf diese Weise Unfälle reduziert werden. Amazon bestätigte inzwischen die Echtheit des Videos, welches zuvor in den US-Medien kursiert war. Bislang ist nicht bekannt, ob die Neuerung auch für deutsche Lieferanten, beispielsweise in Bad Hersfeld, gelten soll.

Datenkrake Amazon? In den USA müssen sich Lieferanten des Konzerns darauf gefasst machen, bei ihrer täglichen Fahrt künftig gefilmt zu werden. Deutsche Standorte wie in Bad Hersfeld sind nicht betroffen. (Symbolfoto)

Wie es weiter in dem internen Video heißt, seien die Kameras mit mehreren Objektiven ausgestattet und filmen sowohl die Straße als auch den Fahrer. Ton werde allerdings nicht aufgenommen, auch soll nichts „live“ gesendet werden, sodass sich niemand einschalten oder während den Auslieferungen zuhören könnte. Laut Senior Managerin Karolina Haraldsdottir könne nur „eine begrenzte Zahl an autorisierten Menschen“ auf die Aufnahmen zugreifen.

Kritik an Amazon führte in der Vergangenheit mehrfach zu Streiks in Bad Hersfeld

Mehrere Arbeitsschutz- und Datenschutzorganisationen zeigen sich darüber empört und wettern gegen den Konzern aus Seattle, Washington. Amazon müsse diese Praxis „sofort stoppen“, fordert etwa das Projekt Fight for the Future. Zudem wird gefordert, dass der US-Kongress eine umfangreiche Untersuchung der geplanten Überwachungen einleitet.

In den Vereinigten Staaten beschäftigt das Unternehmen mehr als 800.000 Menschen und ist damit nach dem Einzelhandelskonzern Walmart landesweit sogar der zweitgrößte Arbeitgeber. Der Online-Versandhändler sieht sich jedoch immer wieder massiver Kritik ausgesetzt - auch in Deutschland. So machen die Mitarbeiter in den verschiedenen Standorten von Amazon, auch in Bad Hersfeld*, immer wieder mit Streiks und Forderungen nach höheren Löhnen aufmerksam. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.