Wegen der Coronakrise

Anstieg bei Grundsicherung in Hersfeld-Rotenburg

Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz
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Jede Menge zusätzliche Aufgaben gibt es für die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialbereich während der Corona-Pandemie.

Durch die Coronakrise sind die Fallzahlen im März und April um jeweils ein Drittel gestiegen, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. 

Neue Aufgaben und eine Umorganisation bestehender Abläufe – in den Fachbereichen Arbeit und Soziales sowie Kinder, Jugend und Familie, beide unter Leitung der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz, ist in den vergangenen Wochen in Folge der Corona-Pandemie Vieles in Bewegung geraten.

Da galt es zum Beispiel, Wege zu finden, wie Menschen, die Unterstützung beantragt haben, dieses Geld auch erhalten. Dazu hat der Bund ein Sozialschutzpaket erlassen, das es ermöglicht, Prüf- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Bei einem Antrag auf Wohngeld, zum Beispiel, reicht es zunächst einmal, die tatsächlichen Kosten für Miete und Heizung nachzuweisen, damit der Zuschuss bewilligt wird. Ob die Wohnungsgröße und die Höhe der Nebenkosten den Vorschriften entsprechen, werde dann zu einem späteren Zeitpunkt geprüft, erläutert Elke Künholz. Ähnlich sei es bei der Berücksichtigung des Vermögens und der Anrechnung des Einkommens bei Unterstützungsanträgen.

Kurzarbeit und der Mitte März verfügte Shutdown des geschäftlichen Lebens hätten zudem einen Anstieg bei den Anträgen auf Grundsicherung zur Folge gehabt, erläutert Künholz. Die Fallzahlen seien im März und April um jeweils ein Drittel gestiegen. Diese Steigerung sei jedoch für die Mitarbeiter des Sozialdezernats gut zu verkraften, unter anderem deshalb, weil es zurzeit fast keine Vermittlung in Arbeit mehr gebe.

Umorganisationen waren auch im Jugendamt nötig. Die Sorge war groß, dass es gerade in ohnehin belasteten Familien zu Gewalt und Kindeswohlgefährdungen kommen könne, wenn Eltern und Kinder den ganzen Tag aufeinanderhocken. Hier laufen die ambulanten Unterstützungsdienste deshalb weiter. Zudem halten die jeweils zuständigen Bezirkssozialarbeiterinnen engen telefonischen Kontakt zu ihren Klienten. Und im Zweifelsfall sei es auch möglich, so Künholz, gefährdete Kinder in der Notbetreuung der Kindertagesstätten unterzubringen.

Die Zahl der gemeldeten Kindeswohlgefährdungen ist im vergangenen Monat von durchschnittlich 17 auf 18 nur leicht angestiegen.

Unterstützung ist gesetzlich geregelt

Die Unterstützung bedürftiger Menschen ist in Deutschland im Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt. Im zweiten Buch (SGB II) geht es zum Beispiel um Grundsicherung für Arbeitsuchende. Im achten Buch (SGB VIII) um die Kinder- und Jugendhilfe, im neunten Buch (SGB IX) um die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen und im SGB XII um die Sozialhilfe.

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