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Ansturm auf Schwimmkurse - Trainer fehlen nach der Corona-Pause

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Hand hält Urkunde und Abzeichen zum Seepferdchen
Ein erstes Ziel in der Schwimmausbildung: das Seepferdchen, hier Urkunde und Abzeichen. © Imago/Moritz Goebel

Die Badesaison läuft, doch viele Kinder können nicht richtig schwimmen. Wegen Corona mussten die Schwimmkurse pausieren.

Hersfeld-Rotenburg – Zwischen März 2020 und Juni 2021 lernte daher kaum ein Kind schwimmen. Nun ist die Nachfrage hoch, die Wartelisten sind lang.

Bei der DLRG in Bad Hersfeld würden 100 Kinder auf der Warteliste stehen, sagt der Erste Vorsitzende Matthias Orth „Deswegen mussten wir die Anmeldung weiterer Kinder stoppen.“ Auch andere DLRG Ortsgruppen haben durch die Bäder-Schließungen lange Wartelisten, teilt etwa die Ortsgruppe Wildeck auf Anfrage mit.

Beim SV Neptun in Rotenburg kann die aktuelle Wartezeit auf einen Platz im Schwimmkurs sogar bis zu zwei Jahre betragen, sagt die sportliche Leiterin Jutta Weidner-Jäger. „Problematisch ist auch, dass Schwimmtrainer fehlen“, betont Weidner-Jäger. Ohne ausgebildete Trainer können die Kinder nicht vernünftig schwimmen lernen und auch keine weiteren Schwimm-Kurse angeboten werden.

„Dadurch, dass die Schwimmbäder geschlossen waren, fehlt vielen Kindern die Wassergewöhnung“, berichtet Orth. Das ist ein Problem, welches sich durch Corona verstärkt hat, beobachtet er. Wenn Kinder Angst vor dem Wasser haben und erst daran gewöhnt werden müssen, dauert es länger bis sie schwimmen können. „Es ist wichtig, dass die Eltern ihr Kind bereits vor der Anmeldung zum Schwimmkurs ans Wasser gewöhnen“, sagt er.

Richtig schwimmen kann ein Kind erst ab dem Freischwimmer. „Das Abzeichen Seepferdchen vermittelt eine falsche Sicherheit“, warnt Matthias Orth. Auch beim SV Neptun hatte Weidner-Jäger Kinder mit diesem Abzeichen im Kurs, die nicht sicher schwimmen konnten. „Das Seepferdchen ist nur ein Vorbereitungskurs“, betont sie.

Ohne Freischwimmer sollte man Kinder daher nicht unbeaufsichtigt ins Wasser lassen. Oft reicht nur ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit aus, dass dem Kind etwas passiert, sagt Orth. Aber auch mit Freischwimmern müsse weiter viel geübt werden, um das Gelernte zu festigen, mahnt der DLRG-Experte. (Märthe Werder)

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