Vor dem Lockdown: Apotheker kritisieren Abgabeverfahren

Apotheken im Kreis Hersfeld-Rotenburg erleben Ansturm auf Gratis-Masken

Unser Foto zeigt Apotheker Stefan Göbel von der Brückenapotheke in Heringen mit Kundin Manuela Ruch bei der Maskenabgabe.
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Begehrte Masken: In den Apotheken des Kreises war gestern viel los. Unser Foto zeigt Apotheker Stefan Göbel von der Brückenapotheke in Heringen mit Kundin Manuela Ruch bei der Maskenabgabe.

Seit Dienstag werden kostenlose FFP2-Masken an Risikogruppen verteilt. Der Beginn der Ausgabe hat auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg zu einem Ansturm auf die Apotheken geführt.

Hersfeld-Rotenburg - „Wir sind gut bevorratet, es besteht kein Grund zur Hektik“, mahnt deshalb Apothekerin Saskia Hildwein, die selbst rund 50 000 Masken geordert hat. „Wir haben genug Masken für die Betroffenen in unserem Einzugsgebiet“, sagt auch Stefan Göbel von der Brückenapotheke in Heringen. Auch Dieter Sitzmann von der Hof-Apotheke in Rotenburg ist „ausreichend bevorratet“.

Zunächst dürfen Kunden über 60 Jahre gegen Vorlage des Personalausweises und Angehörige von anderen Risikogruppen, etwa Asthmatiker oder Diabetiker, drei kostenloses Masken beziehen. Ab Januar gibt es dann weitere zwölf FFP2-Masken. Da die meisten Apotheker ihre Kunden kennen und über Medikamentendaten verfügen, können sie einschätzen, ob ein Anspruch auf kostenlose Masken besteht. Trotzdem können nicht alle Angaben überprüft werden.

Auch müssten sich die Apotheker selbst auf dem freien Markt mit Masken versorgen, die den Qualitätsanforderungen genügen, was oft nicht leicht ist. „Die ganze Aktion ist mit der heißen Nadel gestrickt“, sagt Saskia Hildwein. Auch Dieter Sitzmann kritisiert, dass die Ausgabewege zu kompliziert seien. „Man hätte gleich ein Gutscheinsystem einführen sollen“, meint er. Das soll aber erst im Januar kommen. Auch Stefan Göbel erkennt die Probleme, zeigt aber angesichts des großen Zeitdrucks Verständnis für gewisse Anlaufprobleme. Denn grundsätzlich sei die Vergabe von Gratismasken eine gute Sache, sind sich die Apotheker einig.

Unterdessen bereitet sich der Kreis auf Lockdown und Ausgangssperren vor. Landrat Dr. Michael Koch spricht von „besorgniserregenden“ Infektionszahlen. Nur durch strikte Regeln habe man die Chance, die Lage wieder in den Griff zu bekommen. „Ich bitte Sie, halten Sie sich an die neuen Corona-Maßnahmen und an die Ausgangssperre“, so Koch. Polizei und Ordnungsbehörden werden die Einhaltung der Ausgangssperre kontrollieren. (Kai A. Struthoff)

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