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Ausstellung in der Wandelhalle: Missal-Kühn zeigt abstrakte Kunstwerke

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Von: Kim Hornickel

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Lässt ihr Bauchgefühl entscheiden: Olga Missal-Kühn zeigt in der Wandelhalle in Bad Hersfeld ihre abstrakten Gemälde. Es ist bereits die zweite Ausstellung der 66-Jährigen.
Lässt ihr Bauchgefühl entscheiden: Olga Missal-Kühn zeigt in der Wandelhalle in Bad Hersfeld ihre abstrakten Gemälde. Es ist bereits die zweite Ausstellung der 66-Jährigen. © Kim Hornickel

Sie malt bunt, benutzt trotzdem kaum mehr als zwei Farben und lässt sich dabei von ihrem Bauchgefühl leiten – die Malerin Olga Missal-Kühn aus Bad Hersfeld zeigt ihre Werke im Kurhaus.

Bad Hersfeld – „Bevor es losgeht, habe ich mir meine Rede schon aufgeschrieben“, sagt die 66-Jährige und kramt einen Zettel aus ihrer Tasche. Missal-Kühn erledigt noch die letzten Handgriffe, bevor ihre Ausstellung eröffnet wird. Die Frau mit der großen Sonnenbrille und der lila Jacke klebt kleine Zettel mit Infos zu ihren abstrakten Kunstwerken unter ihre Bilder. 40 Gemälde hat die gelernte Journalistin mitgebracht. Früher schrieb Missal-Kühn mit spitzer Feder, heute malt sie.

„Ich habe jetzt schon ein bisschen Erfahrung und weiß, welche Bilder ich mitnehme und welche nicht“, sagt sie. Bereits im vergangenen Jahr hat die Künstlerin ihre Bilder in einem Hersfelder Café ausgestellt. Jetzt ist sie zum ersten Mal in der Wandelhalle.

Missal-Kühn bleibt vor einem großen breiten Gemälde stehen. „Das ist mein Lieblingsbild“, sagt sie. In einen dunklen Rahmen gefasst, sind auf dem Bild dunkle Schlieren zu sehen, die wie Rauch über einen weißen Hintergrund wabern.

Gleich neben dem mystischen Gemälde hängt ein gelb-blaues Kunstwerk, auf einem anderen Bild mischen sich grüne und gelbe Farbe auf einer Leinwand. Missal-Kühn erklärt: „Manche Bilder grundiere ich und trage dann wenig Farbe in schnellen Bewegungen auf. Andere Leinwände bewerfe ich mit Farbe.“

Die längste Zeit benötigt die Künstlerin für die kleinsten Bilder. „Da trage ich die Farbe in Schichten auf und das dauert.“ Mit Acrylfarbe, Tusche und vereinzelt auch mit Wasserfarbe tupft, sprayt, kratzt oder wischt sie über die Leinwände. „Manchmal mache ich mir vorher Gedanken, wie das Bild aussehen soll.“ Oft lasse sie aber ihr Bauchgefühl entscheiden, erklärt die Künstlerin.

Alle ihre Werke entstehen zuhause in ihrem Wohnzimmer. Einige der ausgestellten Gemälde hingen dort an den Wänden. „Ein paar Bilder waren vorher bei mir im Wohnzimmer, aber ich habe sie mitgebracht, damit sie weiterreisen“, sagt Missal-Kühn. Andere Werke aus ihrem Wohnzimmer-Atelier legen noch weitere Strecken zurück: Bis nach Kalifornien verkauft sie ihre Bilder.

So wie ihre Kunstwerke hat auch Missal-Kühn eine lange Reise hinter sich, bis sie 1995 nach Bad Hersfeld kam. In Russland geboren, arbeitete die heutige Künstlerin als Journalistin bis sie nach Deutschland kam und sich hier mit Jobs von der Reinigungskraft bis zur Chefredakteurin über Wasser hielt.

Seit 2005 wohnt Missal-Kühn mit ihrem Mann in Bad Hersfeld und malt. „Durch die Abstraktheit meiner Bilder kann ich alles verwerten, was mich beschäftigt“, erklärt sie ihre Kunst. Warum sollten auch diejenigen ihre Ausstellung besuchen, die nicht zu den Liebhabern abstrakter Kunst zählen? „Weil manchmal das Herz ganz anders entscheidet als der Kopf“, sagt Missal-Kühn.

Die Ausstellung ab Freitag, 19. August, 18.30 Uhr bis zum 16. September in der Wandelhalle des Kurhauses Bad Hersfeld zu sehen. Der Eintritt ist frei.

(Kim Hornickel)

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