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21-Jähriger wegen Betrugs verurteilt

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Von: Mario Reymond

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Justitia
Laut der Richterin sei die Strafe für den Wiederholungstäter ein Segen gewesen. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nachdem ein 21-Jähriger bereits vom Amtsgericht in Schwalmstadt eine Bewährungsstrafe erhalten hat, agiert er von Kirchheim und Bad Hersfeld aus erneut betrügerisch. In der Jugendhaft habe er sich nun mit seinen Taten auseinandergesetzt.

Bad Hersfeld – Ein 21 Jahre alter Mann, der bis zu seiner Verhaftung am 4. April dieses Jahres an einer Adresse in Bad Hersfeld gemeldet war, ist jetzt vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld wegen Betrugs und gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden.

In das Urteil einbezogen wurde bereits eine frühere Strafe, die er sich vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt am 21. April 2021 eingefangen hatte. Dabei hatte er in 13 Fällen andere Personen betrogen, indem er bei Ebay Kleinanzeigen, über Facebook oder Whatsapp irgendwelche Dinge an diese privat verkaufte, die Ware nicht lieferte, jedoch das Geld dafür kassierte.

Damals in Schwalmstadt hatte er eine Bewährungsstrafe erhalten. Die Bewährung wurde aber von Jugendrichterin Michaela Kilian-Bock Ende des vergangenen Jahres wieder aufgehoben, da der Angeklagte während seiner Bewährungszeit bereits ganz schnell wieder rückfällig geworden war. Auch ein sogenannter Warnschussarrest vom 19. Juli bis zum 1. August 2021 habe ihn nicht von weiteren Straftaten abgeschreckt.

Erneuter Betrug in Kirchheim und Bad Hersfeld

Zwischen dem 13. Februar und dem 11. September 2021 agierte er nämlich von Kirchheim und Bad Hersfeld aus in weiteren 15 Fällen betrügerisch. So mietete er sich in eine Kirchheimer Wohnung ein, ohne je auch nur einen Cent an Miete dafür entrichtet zu haben. Das habe der damals arbeitslose junge Mann aufgrund seiner notorischen Geldnot auch nie vorgehabt.

Um etwas Geld auf das Konto zu bekommen, bot er auch weiterhin Artikel wie Shisha-Tabak und -Zubehör sowie andere Dinge an, für die er zwar Geld bekam, die Ware aber weiterhin nie lieferte. So kamen 2708,50 Euro auf sein Konto, von dem er sich seine Lebensmittel und mehr besorgte. Diese Summe muss der 21-Jährige ebenfalls zurückzahlen.

Richterin: Haft ist ein Segen für ihn

Vor dem Jugendschöffengericht zeigte sich der 21-Jährige nun reuig und räumte alle ihm vorgehaltenen Straftaten ein. Er habe in der Jugendstrafanstalt eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik angefangen, die er auch unbedingt abschließen möchte, um dann nach seiner Haftzeit in Freiheit ein geordnetes Leben führen zu können, sagte der Angeklagte.

Diese Ziele sah auch die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe als erreichbar für den 21-Jährigen an, der sich in der Jugendhaft ganz intensiv mit den von ihm begangenen Taten auseinandersetze und auch ganz klare Vorstellungen von seiner Zukunft habe, in der Straftaten keine Rolle mehr für ihn spielen sollten.

Richterin Michaela Kilian-Bock erwähnte in ihrer Urteilsbegründung, dass der Jugendstrafvollzug ein Segen für den Angeklagten gewesen sei. „Das hätten Sie draußen nicht hinbekommen“. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Jedoch merkte Richterin Kilian-Bock abschließend mit Blick zur Staatsanwaltschaft an, dass da gegen den 21-Jährigen wohl noch etwas wegen weiterer Betrügereien im Raume stehe. (Mario Reymond)

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