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Bahnstrecke Fulda-Gerstungen: Zeitsprung für Projekt möglich

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Von: Daniel Göbel

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ICE zwischen Bebra und Bad Hersfeld
Das Foto zeigt einen ICE zwischen Bebra und Bad Hersfeld. Auch für die neue Schnellbahntrasse ist ein Halt in Bad Hersfeld geplant. © W. Apel

Die DB Netz AG hat beim Beteiligungsforum in Bad Hersfeld über den Stand der geplanten Schnellbahnstrecke Fulda-Gerstungen informiert.

Hersfeld-Rotenburg – Über den aktuellen Planungsstand der Schnellbahnstrecke zwischen Fulda und der Gemeinde Gerstungen in Thüringen, die über Bad Hersfeld laufen soll, hat die DB Netz AG am Freitagnachmittag beim Beteiligungsforum in der Bad Hersfelder Schilde-Halle informiert. Nachdem beim vergangenen Beteiligungsforum im Frühjahr verkündet worden war, dass man sich für die Bad Hersfelder Variante als Vorzugsvariante entschieden habe, gehe es nun darum, die bürokratischen Prozesse zu planen und umzusetzen.

Die DB geht nach eigener Überzeugung davon aus, dass für das Projekt kein Raumordnungsverfahren notwendig sei. Letztlich entscheiden darüber aber die für das Verfahren zuständigen Landesbehörden. Fiele das Raumordnungsverfahren weg, könnte dies einen deutlichen Zeitvorsprung für das Projekt bedeutet. Die Bahn rechnet mit einer Entscheidung darüber im ersten Quartal des kommenden Jahres.

Debatte im Bundestag

Darüber hinaus soll ab kommendem Jahr eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Beteiligungsforum damit starten, sogenannte parlamentarische Befassung vorzubereiten, also die Debatte im Bundestag zur Finanzierung des Projekts. Zudem entscheidet der Bundestag auch darüber, ob er Kernforderungen aus der Region finanziert, die über das gesetzliche Maß hinausgehen, etwa im Bereich Lärmschutz. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es nun, Inhalte und Themen zu sammeln, aufzubereiten und dem Beteiligungsforum vorzustellen.

Europaweite Ausschreibung

Die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen startet Ende 2022. Im Sommer kommenden Jahres will die DB Netz AG der Öffentlichkeit bei einem Tag der offenen Tür im Bohrkernlager einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen, das sich in Nähe des Bahnhofs in Bad Hersfeld befinden werde.

28 Kilometer Tunnel

Von der Trassenführung, die einen Fernverkehrshalt in der Kreisstadt ermöglicht, sollen die Menschen und die Wirtschaft in der Region profitieren, heißt es. Auch sei die Variante besonders umweltfreundlich und landschaftsschonend. Weit über die Hälfte der 41 Kilometer langen Strecke sollen durch Tunnel und nicht bewohntes Gebiet verlaufen. Insgesamt beträgt die Tunnellänge 28 Kilometer.

Ab wann die ersten Bagger rollen könnten und ab wann tatsächlich die ersten Züge fahren sollen, dazu konnten und wollten die Vertreter der Bahn noch keine Angaben machen. Im Jahr 2025 soll die Vorplanung stehen. Aktuell gehe man von Kosten in Höhe von knapp unter vier Milliarden Euro aus. (Daniel Göbel)

Beteiligungsforum

Seit Juni 2018 kommen im sogenannten Beteiligungsforum Vertreter aller Interessensgruppen aus der Region regelmäßig zusammen, um sich über den Planungsstand zu informieren und um Anregungen und Ideen einzubringen. Das nächste Beteiligungsforum ist nach der konstituierenden Sitzung der Arbeitsgruppe im Frühsommer 2023 geplant. (dag)

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