Stadtparlament will Tourismus fördern

Bad Hersfeld baut auf ICE-Halt - Stadtverordnete stimmen für Co-Working-Plätze

Das Foto zeigt einen ICE auf den Gleisen in Bad Hersfeld.
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Kommt die Bahn oder fährt sie künftig an Bad Hersfeld vorbei? Am Trassenverlauf der Schnellbahnstrecke Fulda-Gerstungen hängen viele Planungen und Projekte in der Kreisstadt.

Mit der ICE-Trasse, dem Tourismus in der Stadt und neuen Arbeitsformen haben sich jetzt die Bad Hersfelder Stadtverordneten beschäftigt.

Bad Hersfeld – Das Beteiligungsforum der Bahn zur neuen Trasse Fulda-Gerstungen am heutigen Freitag warf seine Schatten in die Stadtverordnetenversammlung voraus. Dort stand ein erstes Ideenkonzept für den Lärmschutz entlang der ICE-Strecke auf der Tagesordnung.

Das Papier sei noch kein ausgereiftes Konzept und noch nicht mit den Bahnverantwortlichen besprochen, wohl aber ein Signal, dass sich die Stadt aktiv mit dem Thema befasse, sagte Bürgermeister Thomas Fehling. „Die ICE-Trasse ist bei uns willkommen und konsensfähig“, sagte Fehling und verwies auch auf die breite Unterstützung durch die Nachbargemeinden. „Wir waren mutig und haben uns Gedanken gemacht“, so Fehling, der aber gleichzeitig einräumte, dass noch nicht klar sei, ob die favorisierte Hersfeld-Variante mit ihren vielen Tunneln realistisch sei.

Dennoch gab das Stadtparlament mit der einstimmigen Verabschiedung des Lärmschutzkonzepts ein klares Bekenntnis für den Bahnhalt in Bad Hersfeld ab.

Denn an einem ICE-Halt in der Kreisstadt hängen viele Hoffnungen und Vorhaben, wie in der Sitzung deutlich wurde. So will Bad Hersfeld den Tourismus auch abseits der Festspiele stärker fördern. Dazu brachte Dr. Thomas Handke für die SPD einen Antrag ein, wonach die Stadtverwaltung ein Konzept für Wander- und Fahrradstrecken unter dem Motto „Natur und Kultur“ erstellen soll. Corona habe das Reiseverhalten der Deutschen verändert, viele machten Urlaub im eigenen Land. „Die Stadt hat ein großes Potenzial, allerdings müssen die bestehenden Wege aufgewertet werden“, mahnte Handke. Viele Beschilderungen fehlten, die Wege seien teilweise in schlechtem Zustand. Unterstützung erhielt er von Andreas Rey (CDU) und Bernd Böhle (FDP), die anregten, auch andere Freizeitkonzepte zu berücksichtigen und einfließen zu lassen.

Mit Corona und dem dadurch veränderten Arbeitsverhalten der Bürger beschäftige sich ein weiterer Antrag der SPD, der die Schaffung von sogenannten „Co-Working-Spaces“, also Gemeinschaftsbüros, anregte. Dort könnten Arbeitnehmer aus den unterschiedlichen Branchen wohnortnah in einem Büro zusammenarbeiten, erklärte Gerhard Finke, der den Antrag einbrachte. Es gebe genug Leerstand in der Innenstadt für derartige Projekte, die auch zur Belebung des Stadtkerns beitragen könnten. Bürgermeister Thomas Fehling lobte den Antrag der SPD, zumal er selbst vor einigen Jahren bereits ähnliches vorgeschlagen hatte. Allerdings habe er bei ersten Sondierungsgesprächen mit Projektentwicklern „ernüchtert festgestellt, dass das für uns nicht umsetzbar ist“. Bad Hersfeld sei einfach zu klein, derartige Gemeinschaftsbüros seien eher in Großstädten etabliert.

Fehling sieht allerdings neue Chancen für das Vorhaben, sollte der ICE-Halt tatsächlich in Bad Hersfeld bleiben. „Dann wird die Stadt für Pendler noch attraktiver“, so Fehling, der dafür warb, den SPD-Antrag noch etwas zu vertagen. Dem widersprach Bernd Böhle (FDP) der erklärte, das einzig Positive an Corona sei, dass sich neue Arbeitsformen etabliert hätten.

Ähnlich äußerte sich Karsten Vollmar (SPD), der von ersten konkreten Interessenten an „Co-Working-Projekten“ berichtete. „Es fehlt nicht an willigen Menschen, die solche Themen umsetzen wollen“, sagte er. Das Stadtparlament verabschiedete den Antrag einstimmig. Der Magistrat muss nun entsprechende Planungen für Co-Working-Spaces starten. (Kai A. Struthoff)

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