Wiederholungstäter vor dem Bad Hersfelder Amtsgericht

Prozess: Drogensüchtiger Einbrecher soll zum Entzug

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Der Prozess gegen drogensüchtigen Einbrecher endet vorläufig ergebnislos.

Vertagt wurde  in Bad Hersfeld ein Prozess gegen einen süchtigen Einbrecher, der trotz mehrfacher Verurteilungen immer wieder rückfällig wurde. Jetzt soll er zum Entzug.

Als alles klar zu sein schien, war vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld auf einmal nichts mehr klar: Die Beweisaufnahme gegen einen 32 Jahre alten Einbrecher aus Bebra war geschlossen, für zwei von drei Anklagepunkten lagen Geständnisse vor, ein dritter war im Hinblick auf die zu erwartende Strafe eingestellt worden.

Doch auf einmal waren allen Prozessbeteiligten erhebliche Zweifel gekommen, ob ein weiterer Gefängnisaufenthalt das Problem nicht nur vertagen würde: Bisher war der drogensüchtige Mann in Freiheit immer schnell wieder rückfällig geworden und hatte seinen Rauschgiftkonsum durch Straftaten finanziert. Seit 2004 nahm der aus dem Libanon stammende berufslose Analphabet Drogen, seit 2008 harten Stoff, zuletzt zwei Gramm Kokain am Tag. Eine Perspektive? Fehlanzeige.

Deshalb waren sich das Gericht mit seiner Vorsitzenden Silvia Reidt, Staatsanwältin Dr. Christine Seban und Verteidiger Jochen Kreissl einig, dass dem Angeklagten nur mit der Unterbringung in einer geschlossenen Entzugseinrichtung geholfen werden kann. Doch ohne ein psychiatrisches Gutachten konnte dies nicht angeordnet werden. Dies soll nun nachgeholt werden, was allerdings bedeutet, dass der Prozess zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von vorne beginnen muss.

Anwalt Kreissl sicherte jedoch zu, dass dann die jetzt vernommenen Zeugen nicht erneut gehört werden müssen, sondern ihre Aussagen verlesen werden können.

Konkret ging es um zwei Einbrüche in Bad Hersfeld und Weiterode. Im ersten Fall hatte der Libanese mit einem Komplizen 24. Juli vergangenen Jahres aus einer Wohnung Schmuck, Uhren, Bargeld und Elektronik im Gesamtwert von 10.000 Euro erbeutet. In Weiterode war der 32-Jährige dann am 20. September in eine Nachbarwohnung eingestiegen und hatte den Flachbildfernseher mitgenommen.

Ein dritter Einbruch in ein Wohnhaus im Ludwigsauer Ortsteil Rohrbach konnte dem Angeklagten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, obwohl es einige starke Hinweise auf dessen Beteiligung gab. Da der Bebraer jedoch bei seinen vielen Vorverurteilungen – insgesamt 13 Einträge stehen unter seinem Namen im Bundeszentralregister – fast ausnahmslos geständig gewesen war, hielt man ihm diese Ehrlichkeit auch diesmal zugute.

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