Milionen-Verlust

Bad Hersfeld: Hessentag belastet Klinikums-Konzern

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Das Defizit dürfte erneut mehrere Millionen Euro betragen.

Der Hessentag in Bad Hersfeld hat dem Klinikum Hersfeld-Rotenburg ein großes Loch in die Kasse gerissen.

Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding und Aufsichtsratschef Landrat Dr. Michael Koch sprechen von einem Defizit im niedrigen siebenstelligen Bereich. „Die Einnahmen im Juni waren so schlecht wie noch nie zu dieser Jahreszeit“, sagt Martin Ködding.

Grund dafür seien unter anderem verstärkte Bereitschaftsdienste und Schichtbesetzungen, um für eventuelle Not- und Katastrophenfälle mit sehr vielen Verletzten gerüstet zu sein. Der Kreis hofft nun auf finanzielle Unterstützung vom Land.

Unterdessen zeichnet sich am Klinikum-Konzern für das Geschäftsjahr 2018 erneut ein Millionen-Defizit ab. Auch das bestätigten auf Nachfrage unserer Zeitung Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding und Landrat Dr. Michael Koch. Aufsichtsrat und Gesellschafter seien bereits informiert worden. Genaue Zahlen wollte der Landrat aber noch nicht nennen.

Defizit von mehrere Millionen Euro

Das Defizit dürfte erneut mehrere Millionen Euro betragen. Auf entsprechende Verluste hatte der Landrat die politischen Gremien im Kreis bereits vorbereitet. Ohne die Finanzspritze von insgesamt sechs Millionen Euro des Kreises wären die roten Zahlen noch deutlicher ausgefallen. „Wir haben ein strukturelles Problem im Gesundheitssektor“, sagt Landrat Koch und verwies darauf, dass derzeit alle kommunalen Kliniken in Nordhessen defizitär seien.

Dr. Michael KochLandrat Hersfeld-Rotenburg

Der medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Tobias Hermann, spricht von „erdrutschartigen Veränderungen“ und immer schlechteren Wettbewerbsbedingungen. Dazu gehörten etwa die neue „Personaluntergrenzenverordnung“ von Gesundheitsminister Spahn, aber auch bundesweit sinkende Fallzahlen. „In der Krankenhauslandschaft herrscht blanker Darwinismus, nur der Finanzstarke überlebt“, beklagt Hermann. Koch, Ködding und Hermann fordern dringend Änderungen im Finanzsystem und warnen vor einem „Flächenbrand“ im kommunalen Gesundheitswesen.

Urlaubssperre beim Landesfest

Das Klinikum hatte während des Hessentags personell aufgestockt und dadurch zusätzliche Kosten verursacht. Unter anderem wurde eine Urlaubssperre verhängt, weitere Bereitschaftsdienste mit Rufbereitschaften eingerichtet, Schichtbesetzungen verstärkt. Zugleich sanken die Erlöse, weil wegen des Landesfests und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen deutlich weniger Patienten kamen. Ein Nachholen der Behandlung im Folgemonat blieb aber aus.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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